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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 292

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 292 (sequence 397)
Language
German
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IRI
…/2609281-2609282--2385-2609727
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292 nowitz dieselbe Auszeichnung, die auch dem Prager StadLrathe D. B. Frankl zu Theil wurde. Am 20. Juni 1854 fand zu Wien das feierliche Leichenbegängniß des gewesenen Vanquiers Sigmund Edlen von Werthheimstein Statt. Er war königlich spanischer Consul und Ritter des spanischen Ordens Carl III., Zweitältester Bankdirektor und Chef der hundertjährigen hochgeachteten Firma Hermann v. Werthheimstein Söhne. Der Ruf seiner strengen Ehrenhaftigkeit und einer weit verbreiteten Mildthätigkeit geleitete ihn zu seinem Grabe, welches viele treue Freunde und Notabilitäten Wiens umstanden, unter den letztem auch der königlich spanische Gesandte am Wiener Hofe. Schon bei seinen Lebzeiten stiftete er gemeinschaftlich mit seiner früher dahingeschiedenen Gattin Nanette ein israelitisches Siechenhaus, das kurz vor seinem Ableben in Wirksamkeit trat. In seinem Testament hat er namhafte Legate für wohlthätige Zwecke gemacht. Durch ein ganzes Jahr erhalten allmonatlich nothleidende christliche Bürger Wiens aus dem Gewerbsstande je 40 fl. C. M. An Stiftungen bestimmt das Testament die Zinsen von 10.000 fl. 5perc. Metalliques zur Hälfte zur Verwendung für arme Verwandte und in deren Ermanglung für das israelitische Spital, zur anderen Hälfte zu jährlichen Stipendien im Betrage von 40 fl. zur Förderung der Erlernung von Wissenschaften und Künsten; die jährlichen Interessen von 3000 fl. 5perc. Met. fallen dem Wiener Vereine zur Förderung jzer Handwerke unter den inländischen Israeliten zu und von weitern 3000 fl. öperc. Met. werden die Zinsen alljährlich einem unbescholtenen armen Mädchen israelitischerKonfession als Heirathsgut ausbezahlt. Oeffentliche Blätter rühmen das ausgezeichnete Talent des Landschaftsmalers Mathias Wehli in München. Derselbe ist den österreichischen Künstlern mosaischer Confession beizuzählen, da er der Sohn des um seine Glaubensgenossen viel verdienten Ernst Wehli zu Prag ist.

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