Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 332)
- Language
- German
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226 von empirischen Wahrnehmungen allgemein gültige Lehrsätze zu abstrahiren. Wir citiren unter andern folgende Beweise für die Richtigkeit unserer Behauptung. Das Fieber wird als eine Bemühung der Natur angesehen, krankhafte, dem Körper innewohnende Stoffe auszustoßen, und so die Gesundheit wieder herzustellen. Erbrechen sei die beste Kur gegen gewisse Arten von Ekel und Uebelbefindeu. Jede plötzliche Nahrungsveränderung sei schädlich, selbst wenn die später gebrauchten Lebensmittel von besserer Qualität wären, als die früheren. Keine Milch sei so gesund, als die unmittelbar aus den Brüsten getrunkene. Man solle vor dem 40. Jahre mehr Nahrung als Getränke zu sich nehmen, und nach dieser Epoche das Umgekehrte thun. Das freiwillige Hinken an den Hinterbeinen eines Lammes wird sehr richtig aus einem Leiden des Rückenmarkes erklärt. Neben der Aufzählung der nützlichen Arzneimittel wird auch ein genaues Verzeichniß der trüglichen und schädlichen gegeben. Auch der Glauben an magnetische Kuren und an heilsame Wunderkräfte, die einzelnen Personen eigen, fehlte jenen Zeiten nicht, und man erzählte von den Rabbiner^ besonders von den so bekannten Johanan und Hanina (lalmull, Ij-aet. Lel-uelioüi eap. 1. x. 5), daß sie durch Händeauflegen, Besprechen rc. die wunderbarsten Kuren vollbrachten. Wir schließen diesen Paragraph mit einer Lalmudischen Citation, in der sich mehr Geist, als Galanterie ausspricht: „Was immer für eine Krankheit, wenn nur der Bauch frei bleibt; was immer für Schmerzen, wenn sie nur das Herz nicht ergreifen; was immer für Leiden, wenn sie nur den Kopf verschonen; jedes mögliche Uebel, nur keine böse Frau." Iraei. Leraellotk eap. l. x. 5.)