Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 217)
- Language
- German
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108 Sodann 31^500 fl. zur Begründung eines in Wien zu errichtenden israelitischen Armenhauses, wobei .16.500 fl. aus Herstellung des Hauses und 15.000 fl. zur Betheilung an die Pfründner — mit vorzüglicher Berücksichtigung armer Wittwen — gestiftet sind. Endlich setzte sie zum Universalerben ihres Vermögens das Jsraelitenspital zu Wien ein. Nach vorläufigen Ermittlungen dürste hiermit diesem Institute eine Erbschaft von etwas über 30.000 fl. zufallen, was demselben um so mehr zu Statten kommt, als sich ein Umbau des Spitalgebäudes schon seit Jahren immer unabweislicher in Anregung stellte, an dem Kostenpunkt aberstets scheiterte. Wie schnell hiermit eine wohlthätige Absicht verwirklicht ward, verdient wohl besonders ausgezeichnet zu werden. Unter den verschiedenen Fonden und Stiftungen innerhalb der Kultusgemeinde fehlte es bisher an einem den Zwecken des Spitals besonders gewidmeten Fonde. Schon bei Gelegenheit der im vorigen Jahre erfolgten Installation des Dr. Herzfelderzum Primararzt des Jsraelitenspitals besprach Dr. Ignatz von Hofmannsthal die erwünschliche Ergänzung der gedachten Lücke im hiesigen Gemeinwesen. Doch zeigte sich die Sache damit noch nicht zur Ausführung hinlänglich angeregt. Erst als vor etwa sechs Monaten die wohlthätige Widmung eines Vermächtnisses des Herrn Lazar D. Straßer mit 300 fl. dem Ermessen des Vorstandes anheimgestellt ward, drang der Vertreter Moritz Goldschmidt mit dem Antrag durch , daß mit der kleinen Summe der Anfang zu Begründung eines Spitalfonds gemacht werden sollte; größere Zuflüsse würden dann nicht ausbleiben. Und sie stellten sich rascher ein, als gedacht und gehofft werden konnte. Kurze Zeit darauf verstarb Frau Babette Edle von Lämel. und die rückgelassenen Kinderderselben widmeten nebst anderen Stiftungen, die größtentheils der Kultusgemeinde in Prag zufielen, auch ein Kapital von 10.000 fl. zu den besondern Zwecken des Wiener Jsraelitenspitals. Eine weitere