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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1854-01-01 · Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854) · p. Seite 52

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 52 (sequence 163)
Language
German
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52 den Taubstummen Gegenstand allgemeiner Theilnahme. Sie erfreut sich der Aufmerksamkeit und Fürsorge väterlich gesinnter Regierungen, sie gewinnt die Herzen aller gebildeten Stände und selbst die minder gebildeten gehen nicht mehr theiluahmlos an diesen schuldlosen Unglücklichen vorüber. Allein, wenn auch die Heranbildung der Taubstummen zur bürgerlichen Brauchbarkeit in den österreichischen Staaten schon durch den rastlosen Eifer des umsichtigen, erhabenen Monarchen, Kaiser Joseph II.*), dem jedes nützliche auf Menschenwohl abzielende Streben Gegenstand seiner unausgesetzten Aufmerksamkeit und seines Nachdenkens war, allgemeine Verbreitung gefunden hat, so ist doch noch immer das Zahlenverhältniß der Taubstummenbildungsanstalten zur Menge der Hilfsbedürftigen im Allgemeinen ein sehr ungünstiges und trauriges zu nennen. — Nach einer tabellarischen Uebersicht des Jahres 1840 von Professor Czech befinden sich in der österreichischen Monarchie, mit Ausnahme von Un- *) Bekanntlich hat das k. k. Taubsiummen-Jnstitut in Wien seine Entstehung diesem menschenfreundlichen Monarchen zu verdanken. Kaiser Joseph II. reiste nn Jahre 1777 nach Paris und da er die glücklichen Erfolge, die äs l'Lpe's bei dem Unterrichte der Taubstummen erlangte, in Augenschein genommen hatte, beschloß auch er in seinem Reiche für diese unglückliche Menschenklasse zu sorgen. Kaum nach Wien zurückgekehrt schickte er den Priester Friedrich Stork nach Paris, um die Methode des Taubstummenunterrichtes gründlich kennen zu lernen. Im Jahre 1779 errichtete die Kaiserin Maria Theresia eine Freischule für Taubstumme, in welche Sie 6 Knaben und 6 Mädchen auszunehmen befabl, und stellte Stork als Lehrer dabei an; Kaiser Joseph erhöhte später die Zahl auf 30 Zöglinge, die allmälig durch freiwillige Spenden und Stiftungen auf die gegenwärtige Zahl von 30 stieg. Eines der Rundbilder beim Monumente dieses erhabenen Wohltbäters führt in Folge dessen mit Recht die Inschrift: .,81)601. NVIIgDL. 806Ill0I'1?1w1W.?MM>I8. 8161g M. I)MI,L8. 6LVDII1." (Taube und Stumme werden durch die Mildthätigkeit und Sorgfalt des Fürsten für sich und die Gesellschaft nützlich gemacht.)

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