Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 141)
- Language
- German
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28 (Roßmarkt, Graben), wo der Verkehr am stärksten ist, zu finden. Auf der Kleinseite und Hradschin wohnen gar keine Israeliten. Israelitische Hauseigenthümer find auf der Altstadt 36, Neustadt 19, Josefstadt zu 281 Hausnummern, 1213 Hauseigenthümer. Darunter find 35 theils ganze, theils Theilhäuser, welche religiösen und wohlthätigen Zwecken gewidmet sind. III. Lultus^Änstalten. a. Zur Ausübung des Cultus bestehen in Prag 9 große und 12 kleine Synagogen. In einer dieser Synagogen ist seit dem Jahre 1836 geregelter Gottesdienst mit Choral, Orgel (aber nur für Freitag Abend) und Predigt, von den übrigen gelang es dem Zeitgeist aus 4 wohl die „Ständer", aber nicht die Al-Memors aus der Mitte zu verbannen. In der Neusynagoge war schon ein Prediger angestellt und in der Meiseisynagoge Choralgesang eingeführt, aber Beides ist wieder verschwunden, wogegen in den meisten Gemeinden Böhmens bereits der Gottesdienst in weit entschiedenerer Weise geregelt ist. d. Beerdigungsbruderschaft Chewra-Kadisch. Diese Bruderschaft, wahrscheinlich die älteste und erste dieser Art in Böhmen, der alle andern ihr Dasein verdanken, wurde vom Oberrabbiner Eleasar Aschkanasi im I. 1562 gegründet. Reorganisirt und mit neuen Statuten versehen wurde sie im I. 1853, und zwar durch Anregung der Herren Philipp Bunzel und Moritz Wahle. Von diesen Statuten verdienen zwei Punkte besonders hervorgehoben und den übrigen Beerdigungsbruderschaften zur Nachahmung aufs Wärmste empfohlen zu werden. 1) Die Einführung einer geregelten Leichenordnung,