Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-2609282--2119-2609461- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
17 hervorheben, daß unter dem hochverdienten Chef der österreichischen Gendarmerie Freiherrn Kempen von Fichtenstamm noch in den letzten Monaten des vergangenen Jahres ein Jude zum Gendarmerie-Offizier befördert ward. Auch in der österreichischen Marine dienen Juden als Offiziere und in der neueren Zeit haben mehrere fich freiwillig sowohl diesem als dem Heerdienste gewidmet, und auch begüterte Eltern ihre Kinder in Militärinstituten erziehen lassen. Als Militärärzte dienen schon lange Juden im österreichischen Heere und haben damit nach den neuesten Anordnungen Offiziersrang erworben. Äerzte. Wir verweisen auf den -esondern Artikel in diesem Jahr- Luche. In größern und kleineren Städten der Monarchie haben Juden alsAerzte ficheine achtbare Stellung errungen, und ihre Wirksamkeit durch regsame Förderung wissenschaftlicher und humanistischer Zwecke ausgedehnt. Namentlich haben sie sich Ln den in Oesterreich so zahlreichen und berühmten Badeorten bald invortheilhaftenNuf zu setzen gewußt. Wir erwähnen beispielweise der Doctoren Fleckles, Oesterreicher, Taußig, Porges, Seegen zu Carlsbad, Luca zu Marienbad, Schmelkes und Hofmannsthal zu Töplitz, Sigfried Kapper zu Franzensbad, Landesmann zu Baden, Weiß zu Gleichenberg. Der verdiente Wiener Arzt Or. Zacharias Wertheim feierte kurz vor seinem Tode sein fünfzigjähriges Doctorjubiläum, wobei er von der medizinischen Fakultät, von der Gesellschaft der Aerzte, und von der israelitischen Cultusgemeinde zu Wien, deren Spital er durch 40 Jahre als Primararzt verwaltet hatte, Auszeichnungen erhielt. *) Ein Sohn des eben genannten vr. Gustav Wertheim hat sich ebenfalls dem ärztlichen Berufe und namentlich der Dermatologie ergeben, er wirkt seit einigen Jahren als Assistent des Professors vr. Hebra md hat eben ein besonderes Heilinstitut für Hautkrankheiten errichtet. *) Siehe unter den „Dichtungen" am Schluffe das gelungene Gelegenheitgedicht L. A. Frankls.