Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 121)
- Language
- German
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7 sondere finden wir aber die Betriebsamkeit österreichischer Juden in der so wichtigen Erzeugung des Runkelrübenzuckers vertreten. Die Runkelzuckerfabrik zu Tlumacz in Ostgallizien ist in ihrer gegenwärtigen Gestaltung einWerk des verdienten Wiener Großhändlers Heinrich von Wertheimstein (der auch zuerst eine durch Dampf betriebene Chocolatefabrik in St. Veit nächst Wien errichtete). Eines der größten Werke dieser Art aus dem Continent, wurde die Tlumaczer Fabrik durch Aufwendung sehr bedeutender Geldmittel und Übertragung der zweckmäßigsten Einrichtungen zu einer wahren Musterfabrik erhoben. Auch hat sich der daran gesetzte Aufwand reichlich gelohnt und die Tlumaczer Fabrik ist seitdem mit großem Nutzen an eine eigens dafür in Cöln am Rhein gebildete Aktiengesellschaft übergegangen. Andere Zuckerfabriken wurden in Mähren und Böhmen und zuletzt auch in Ungarn von Israeliten errichtet. In letzterer Beziehung haben wir namentlich des Herrn E. Steiner aus Wien zu erwähnen. Nachdem er sich schon früher um die Einführung der Shawlfabrikation in Oesterreich verdient gemacht, und unter den Fabrikanten einen ehrenvollen Platz behauptet hatte, übertrug er die Leitung dieses Industriezweiges seinem ältesten Sohne, um sich ungetheilt dem erwähnten neuen zu widmen. Obschon im vorgerückten Alter ging er mit jugendlicher Energie und rastloser Thätigkeit daran und die von ihm zu Totis in Ungarn errichtete Zuckerfabrik ist auf dem besten Wege, sich zu bedeutendem Flor zu erheben. Eine andere großartige Zuckerfabrik wurde in Ungarn durch den Großhändler S.Leppmann begründet. Die auf Actien begründete Mehldampfmühle in Wien, so wie die Graupensabrik zu Ebersdorf nächst Wien sind ebenfalls von Israeliten ins Leben gerufen worden; an der Errichtung beider hat der früher erwähnte von Wertheimstein bedeutenden Antheil. Während die Dampfmühle den Müllern gegenüber eine dem Gemeinbesten sehr zuträgliche Concurrellz ausübt und eine sichere Garantie vor Stockungen durch Wassermangel gewährt, verschaffte sie auch dem österreichischen Mehl Eingang auf fremden Märkten. Die Verdienste,