Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 119)
- Language
- German
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5 Hrad, Heves, Krasso, Neograd. Szabolz, Unghvar, Zemplin, Somoghy, Czala, Tolna, Bekes. So betreibt auch Herr E. Steiner aus Wien (der uns noch weitere Veranlassung zur ehrenvollen Erwähnung bietet) in Verbindung mit seiner Runckelrübensabrik zu Totis Agrikultur im Großen und auf musterhafte Weise. In Gallizien hat sich der Landbau unter der dicht besäeten israelitischen Bevölkerung weniger Eingang verschafft. Mancherlei Umstände haben hierauf eingewirkt, und nicht der Anwesentlichste ist es, daß die vom Kaiser Joseph II. den gallizischen Juden verliehenen Rechte und Freiheiten bald nach Hessen Tode bedeutend geschmälert oder aber ganz und gar zurückgenommen wurden. Sie durften nur Ackersleute, nicht Aber Gutsherrn, Pächter, Unternehmer sein. Dadurch wurde Her vermöglichere und intelligentere Theil zurückgewiesen und nur die wenig bildsame Masse herangezogeu. Dadurch wurde aber auch ein Keim des Mißtrauens erzeugt, und leider waren die Vorgänge der letzten Zeit nicht geeignet, denselben zu ersticken. (Wir verweisen übrigens aus den weiter folgenden Aufsatz : die israelitische Cultusgemeinde zu Lemberg.) Daß der Jude in Gallizien die Mühe der Feldarbeit ebenso wenig scheut als die vielen anderen Plagen, die ihm das Leben auferlegt, erwies sich vor einigen Jahren, als in mehreren Kreisen Galliziens der robotbefreite Bauer die freie Arbeit um lohnendes Entgeld verweigerte und die Ernten auf dem Felde zu verfaulen drohten. Von allen Seiten strömten jüdische Feldarbeiter herbei und die Concurrenz erwies sich auch hier wieder heilsam. Selbst ink.einem Kronlande, das den Israeliten bisher nur sehr wenig zugänglich gewesen, in Oberösterreich, haben wir das rühmliche Beispiel eines musterhaften israelitischen Gutsbesitzers anzuführen. Herr Ferdinand Wertheimer aus Augsburg erstand das Gut Ramshofen im Jnnviertel, und hat daselbst auch während der Winterzeit seinen bleibenden Wohnsitz ausgeschlagen. Er betreibt die Landwirthschaft nach rationellen Grundsätzen und seine Gattin, eine geborne Wie-