Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, erster Jahrgang = Jahr 5615 (1854-1855) (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2609281-2609282--2105-2609447- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Anstatt weitläufiger Erörterungen führen wir hier Tatsachen vor, deren Erhärtung Jedermann anheim gestellt ist. Wir wollen damit darlegen, daß die Juden in Oesterreich Willfährigkeit und Geschick haben, ihrem Vaterlande in den verschiedensten Lebensstellungen zu nützen. Wenn etwas ste hinderte, dieß noch in ausgedehnterer Weise zu vollbringen, so war es nicht das religiöse Bekenntniß, dem sie Treue bewahrten: so war es vielmehr die Ausnahmsgesetzgebung, welcher sie um solcher Treue heimfielen. Unter diesem Gesichtspunkte gewannen auch die vorgeführten Leistungen erhöhten Werth, und namentlich dort, wo augenfällige Hemmnisse ihnen im Wege lagen. Lan-bau. Nur in den italienischen Provinzen des österreichischen Kaiserstaates durften die Juden seit längerer Zeit, und zwar schon seit Beginn des Jahrhunderts, sich dem Landbau ohne Beschränkung ergeben. Sie haben sich darin aber auch in zwiefacher Weise verdient gemacht: durch Erhöhung der Laudescultur und durch humane Behandlung ihrer Untergebenen. Im Mantuanischen und Mailändischen wurden vorzüglich .Reispflanzungen, im Venetianischen und in Friaul Maulbeer- und Weinpflanzungen von ihnen angelegt. Den israelitischen Gutsbesitzern allda wird aber durchgängig eine besonders gütige Behandlung der Colonie nachgewiesen, und diese find ihnen auch ungemein anhänglich. Wir gedenken hiebei namentlich des durch seine Wohlthätigkeit und