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Ost und West · 1901-06-01 · Heft 6 (Juni 1901) · p. Seite 447 - 448

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 6 (Juni 1901)
Article
Die Centralbibliothek in Jerusalem
Date
1901-06-01
Page
Seite 447 - 448 (sequence 1)
Language
German
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447 448 Den folgenden Aufruf erhalten wir aus Frankfurt a. Main: DIE CENTRALBIBLIOTHEK IN JERUSALEM hat während der letzten acht Jahre den Juden des heiligen Landes wertvolle Dienste geleistet. Sie hat Juden jeder Ansicht angezogen und war ein Vereinigungspunkt für alle. Unter ihren Unterstützern sind gleichfalls Juden der verschiedensten Richtungen. Es ist deshalb zu hoffen, dass diesem Aufrufe ebenso allgemein entsprochen werden wird. Die Bibliothek enthält 18 000 Bände, hat jedoch gegenwärtig keinen geeigneten Aufbewahrungsort. Die Notwendigkeit liegt vor, ein Gebäude zu errichten, welches eine grosse Büchersammlung aufnehmen kann, und auch Räumlichkeiten für öffentliche Vorträge und andere Versammlungen enthält. Das Gebäude ist bereits im Bau; aber wenn nicht Mittel beschafft werden als Beihilfe zu den Anstrengungen, die in Jerusalem gemacht werden, wird es unmöglich sein, das Unternehmen zu Ende zu führen. Die erforderliche Summe beläuft sich auf 30000 Mark. Wer Jerusalem besucht hat, und wer sonst mit den dortigen Verhältnissen vertraut ist, hegt die Ueberzeugung, dass der gegenwärtige Aufruf eine sehr herzliche Aufnahme verdient. Das Geld, das für diesen Zweck gesammelt wird, ist gut angelegt; denn die Bibliothek ist ein Bildungscentrum für die Juden Jerusalems. Sie giebt ihnen die Möglichkeit, die Litteratur der Vergangenheit und der Gegenwart zu studieren; sie hat sich bereits als eine treibende Kraft für diejenigen erwiesen, welche den Geist der Selbstachtung und des Selbstvertrauens in den Juden des heiligen Landes erwecken wollen. Die Unterzeichneten wenden sich an Sie um Beistand in dem vollen Vertrauen, dass ein so wichtiges und wohlthätiges Unternehmen Ihres Wohlwollens und Ihrer Unterstützung sich erfreuen wird. Gaben nimmt jeder der Unterzeichneten gern ento*eo*en. Rabb. Dr, M. Horovitz. Eduard Cohen. Isaac Dreyfus. Alfred Geiger. Manfred Goldschmidt. Charles L. Hallgarten. Isaac Igersheimer. Henry Seligman. Prof. Dr. Ahr. Sulzbach. Prof. Dr. Jos. Werner. Ä jfankel Klesmer* Von Israel Abraliamsohn. Jankel Klesmer hebt den Bogen und spielt. Jankel spielt die lustigsten Sachen. Jankel spielt mit Weinen und Lachen. Jankel spielt die traurigsten Lieder. Jankel ist ein Spielmann und spielt. Jankel Klesmer hebt den Bogen und spielt. Jankel spielt Euch auf zum Tanze. Jankel spielt zu der Reichen Glänze. Jankel spielt in der Armut Höhlen. Jankel ist ein Spielmann und spielt. Jankel Klesmer hebt den Bogen und spielt. Jankel ist schon alt und gebrechlich. Jankel's Arm ist zitternd und schwächlich. Jankel's Spiel ist feurig und brausend. Jankel ist ein Spielmann und spielt. Jankel Klesmer hebt den Bogen und spielt. Muss der alte Jankel sterben, Schlägt der Jankel die Fiedel in Scherben, Bricht der Jankel in Stücken den Bogen. Jankel ist ein Spielmann und spielt. -^%^^r

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