Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1901)
- Article
- Betende Juden aus Kaukasien [Illustration]
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 381 - 382 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- illustration document
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2583875-2583876-2583882-2608781--00477-2608866- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
381 382 MISCELLEN. Betende Juden aus Kaukasien. ^Nach einer Origmal-Photographie.) Vor vierzig Jahren sagte im Preussizchen Abgeordnetenhaus der Minister Graf v. Schwerin über die Berechtigung der Juden zu den Schulzenämtern: Ich muss zunächst faktisch bestreiten, dass in dem Masse eine Aufregung gegen die Juden bestehe, die ein Schulzenamt verwalten, wie der Herr Abgeordnete sie geschildert hat. Wenn dem aber wirklich in der Provinz Pommern so wäre, so glaube ich doch, dass es ziemlich leicht sein würde, dem entgegen zu treten. Ich glaube, es würde die Pflicht derjenigen sein, die sich berufen fühlen, die Leiter der Bauern sein zu wollen (sehr richtig, lebhaftes Bravo rechts), die Bauern davon zu überzeugen, dass diese Antipathien nicht mehr vereinbar sind mit denjenigen Rechtszuständen, welche jetztinPreussengelten. (Wiederholtes Bravo rechts.) Ich habe die Ueberzeugung, dass dies nicht schwer sein wird, namentlich in Bezug auf die pomrnerschen Bauern, weil ein Gefühl in ihrer Brust lebt, welches ihnen über Sympathien und Antipathien geht, und das ist das Rechtsgefühl. Es ist meiner Ueberzeugung nach die Aufgabe derer, welche sich zu Leitern der Bauern aufwerfen, dass sie in der Brust der Bauern es zum lebendigen Bewusstsein bringen, dass in Preussen nicht mehr nach Sympathien und Antipathien regiert wird, sondern dass in Preussen die Grundsätze des Rechts, des Gesetzes und der Verfassung gelten, und dass nach diesen Grundsätzen die Juden auch zu den Schulzenämtern berechtigt sind. Ich meine daher, dass diejenigen ihre Pflicht nicht erfüllen, die dahin wirken, die vorhandenen Antipathien, die sich ja so leicht aus unserer Vergangenheit erklären, zu nähren und zu pflegen, wohl aber, dass diejenigen ihre Aufgabe erkennen, die darauf hinwirken, dass diese Antipathien auch aus denjenigen Schichten der Bevölkerung schwinden, wo man Gesetz und Recht noch nicht so genau kennt, wo aber gewiss ebenso lebendig das Gefübl herrscht, dass man nach dem Recht urteilen muss und nach nichts anderem in Preussen. (Lebhaftes Bravo.) * Ungleichheit der Menschenrassen. Man braucht wTahrlich kein Vertreter der Sklaverei zu sein, um zur Anerkennung der eben vorhandenen Thatsache zu gelangen, dass die einzelnen Stämme und Rassen der Menschen nach ihren Kräften und Anlagen im Guten wie im Schlimmen verschieden sind. — — Schwächere Rassen konnten sich von dem Augenblicke nicht mehr halten, wo sie mit stärkeren, kräftigeren, lebenszäheren in anhaltende Berührung kamen. Ein jüdischer Jüngling aus Buchara. (Nach einer Original-Photographie.)