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Ost und West · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. None

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Date
1901-05-01
Page
None (sequence 1)
Language
German
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OsF^esr ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT^^ FÜR MODERNES JUDENTUM. ~E Herausgegeben unter Mitwirkung von Prof. Dr. Hermann Cohen (Marburg), Prof. Dr. Ludwig Geiger, Prof. Dr. D. Joseph, Prof. L. Kellner (Wien), Prof. Dr. M. Lazarus, Prof. Dr. Martin Philippson, K. K. Baurat Wilhelm Stiassny (Wien), Prof. Dr. Otto Warburg, Dr. S. Bernfeld, M. Buber, Dr. Heinrieh Meyer Cohn, Dr. Moses Gaster (London), Robert Jaffe, S. Lublinski, Dr. Rudolph Lothar, Dr. Max Nordau (Paris), Dr. Alfred Nossig, Nahida Remy, Dr. J. Sadger, Dr. Ernst Tuch, Jacob Wassermann, Dr. S. Werner (Wien) u. a. Bezugs- und Insertions-Bedingungen auf der letzten Textseite. Alle Rechte vorbehalten. Heft 5 Mai 1901 DIE ZUKUNFT DES ORIENTS. Von B. Ebenstein. Das Morgenland erwacht aus seinem jahrhundertelangen Schlafe. Vor unser aller Augen vollzieht sich — besonders in den Ländern des türkischen Orients — der Beginn eines Umschwunges, der nach aller Voraussicht in wenigen Jahrzehnten alle Verhältnisse dieser Gebiete von Grund aus verändert haben wird. Allenthalben kann der aufmerksame Beobachter Zeichen der Gesundung und des Erstarkens wahrnehmen — neue Säfte durchströmen den riesigen Körper des Osmanischen Reiches und durchdringen und beleben selbst die Glieder des weitverzweigten Organismus, welche man sich fast gewöhnt hat, als Jahna und tot, oder als unnütze und vielleicht gar schädliche Anhängsel des Reiches zu betrachten. So scheint die panislamitische Bewegung sich zu einer Einheitsbestrebung allerersten Ranges zu gestalten, die nicht nur Macht und Ansehen des Sultanats befestigen und erweitern wird, sondern ein Hort des Friedens zu werden berufen ist. Wenn wir sehen, wie geringfügige Anlässe in den entlegensten Ländern die Grossmächte an den Rand des Weltkrieges bringen, so muss uns ein Grauen überkommen, wenn wir bedenken, was für Folgen ein Verfall der Türkei haben könnte, durch den Gebiete zum Zankapfel der Mächte würden, deren Lage im Mittelpunkte der alten Welt, deren Bedeutung für die nächste Zukunft und deren Wichtigkeit vom religiösen Standpunkte aus einen Kampf wahrscheinlich machten, wie ihn die Geschichte noch nicht gesehen hat. Zum Glück deutet alles darauf hin, dass die islamitische Welt sich im Beginn eines gewaltigen Aufschwunges befindet, der sich auch in Anfängen einer industriellen Entwickelung und am sichtbarsten wTohl in der Anlage eines weitverzweigten Schienen-Netzes äussert, von welchem wesentliche Teile in der allerletzten Zeit sich sogar als rein türkische Unternehmungen darstellen. * * * Während so der erwachende Orient von Tag zu Tag schönere Perspektiven zeigt und nur der Menschen harrt, die sich der Möglichkeiten annehmen, welche er in reicher Fülle bietet, — währenddessen entwickelt sich der Westen, welcher ehedem die Massen der Auswanderer aus allen Ländern an sich gezogen hat, in einer Weise, die der weiteren Immigration nicht günstig ist. Es bereitet sich in Amerika ein Stillstand der Einwanderung vor, der sich darin äussert,

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