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Ost und West · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. Seite 195 - 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
Tiberias [Illustration]
Date
1901-03-01
Page
Seite 195 - 196 (sequence 1)
Language
German
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Tiberias. frübling ist in JudZal Wie die Blum* auf Meeresgründe Sich zur früblingssonne kehrt, Hlso grüsst in dieser Stunde, Hand, gerühmt aus Gottes JVIunde, Dich dein Gnkel, grambeschwert. Heb, wie mögen deine Rügel Reut* bekränzt mit ßlütben sein; Heb, wie mag des lenzes -plugel ßasans Crift, des Segens Spiegel Schmücken, und Gngeddi's Rain! Oelbaum, palm* und feig* und ]>lyrte Ziehn sich um des Handmanns Raus, Und es ruht der müde Rirte, Den in Schlaf die Caube girrte, Unter Cerebinten aus. ^untrer Bienen bunte Reigen Schwelgen in dem süssen Kraut, Oass nun bald von allen Zweigen, Die von Bdensfrucbt sich beugen, Süsser Ronig niedertaut. Cau des Rimmels, komm hernieder, tränke dieses Wunderland! Reicher Sommer, kehre wieder, Unterm Schall der 'jfubellieder fülle dieses Volkes Rand! Hber nein, des Landes Schöne Ist schon längst, schon längst verdorrt, Seit dem Cag, wo seine Söhne, Oass der Bosheit Sieg sich kröne, Rom vertrieb nach West und j^ord. Heb, seit jenem Crauertage Grünen Jordans Ufer nicht! ffoeb betäubt vom JVlörderscblage Wobnet Heid und Cotenklage Huf 'Judäa's Hngesicbt. Wo der Kinder Blut geflossen, f liesst nicht Jülich und Ronig mehr; Wo, von Räubern ausgeschlossen, f lieb'n die echten Stammgenossen, Bleibt das Grbe freudenleer. In die -fremde hingewiesen, ■fern von unsrer Täter Grab, fern von unsern Paradiesen, Stirbt die Hust an f eld und Wiesen Bald dem Sohn der Knechtschaft ab. jährlich nur, wenn uns die Zeiten Künden, dass 'Judäa blüht, Scbau'n wir in die stummen Weiten Strahlender Vergangenheiten jviit umdüstertem Gemüt. Heb, wann seh'n dich unsre Blicke, Hand der Väter, schwer beweint? führt kein Weg zu dir zurücke, Ist kein pfad, ist keine Brücke, Kommt kein Cag, der uns vereint? R

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