Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 21 (1921)
- Issue
- Heft 9-10 (September-Oktober 1921)
- Article
- Der Ton
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 267 - 268 (sequence 2)
- Language
- German
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267 Aus dem Spruchborn der Weisen 268 Teile und über zweitausend Nummern) folgen. — Das Buch erscheint in diesen Tagen im Insel-Verlag. 1 Wer Gottes ist, ist irgenbwo gebrochen. €r weiß wohin unb soll nicbt weiter, Weil tat im flbbüö lästig wirb. Von vielen €nben örängt es auf ihn ein, Ibn 3U vernichten, Denn Rraft ist seine Sicht unb sein Bewegen. Das soll unb soll nicht sein. Drum wankt sein Ceib im Raum wie burcbgescbnitten. 2 O, Ciebe, 3um ersten (Dal gesprochen, 3u allem, allem! nichts mangelt irgenbwem, ber lebt. In Schweigen nimms unb sinne nach, öafe Ceben beines Stroms sieb freue, Verseuf3e in bas ZIraumwerk beiner Gottheit. 3 <3ott lässt ben Schatten unsres Cebens flus seinem Rönnen werben. Steigt auch ber lange, reine Zag in Dreisen, Das Rönnen bebt ben rechten Schatten mit. Drum sei Gebet ber milbe Tag nur, Der Tat begleitet, wie er mag. Gefahr ist überall in Gottes Räumen. Was Du erkennst, vergebt wie Schein im Sühlen, Wirb lose, lange Gnabe. 4 <3ott lässt im Haben Die Schwere oft als trübes Spiel geschehen, Die anbre leibenb leben. Das ist ihm Cebre, Scbu£ vor tun, Des Haben Ceib ist anbers als bas Ceib. Selbst noch im Schicksal ist es tiefes Ceben. Verlauf im Selbst, gemilbert im Crwarten. 5 leb weiss nicht beine Wahrheit. Du abeifrweisst sie. Urib lässt mein Ceben sein, so wie es ist. leb ahne nur ben Sinn ber vielen Kräfte, ich fühl ibn tief in mir als volle Ruh, flls ßalt vor Heügier unb als Reh unb Wunber, üun aber leb ich, wie iebs füble. Unb bas ist manchmal Klage, ist, wie's sein soll. CDein Körper quält sieb nicht, €r ist so leicht burch Weisheit unb durch Segen. Der Tob hält noch 3urück mit seinen Strafen, CDit seinem ODüssen — um bas Gan3e. €r lässt mir meine Cieben Unb lässt mich selber lange, unausdenkbar, Das junge Ceben wanbeln. CDit frohen, tiefen Blicken reiner Wesen, Rcb, meiner Wesen, bie ich balb erschuf. Denk ich an beren stummen Segen, Ans überirbisebe Verlangen, So ferner fort3ubauern, bis 3um Dank, Dem let3ten, gan3 vor Gottes flngesicbt, Denk ich baran, so weiß ich: Das ist bas Ceben, wie es enblicb soll. Die wirb es besser, wünschenswerter. Unb sollt es sich noch feiner lösen, €s kann nicht anbers werben, als iebs habe. Drum, guter Vater, lafe es ferner walten. 6 Bist Du allein nur? Du lebst unb vor bir waren viele, Die lebten fo wie bu. Wirst bu es leugnen? Unb nach bir werben viele leben. Das weisst bu, nun so wisse mehr: Wie ausser Dir bie Welt ist, bie bieb schafft, So ist sie nichts, wo Gott nicbt ist. nicht so wie bu unb nicht wie Welt. Wie Gott nur, über beinern Denken. O wüßtest bu, wieviel bu weisst, Wieviel bu siebst, wieviel — fast schon bas Gan3e. Unb bieses $ra*t*nur um bein seliges Wissen. 7 In bunkler nacht. — niemanb benkt beiner, grosser Schöpfer, leb aber benke bein in Dank unb Demut. Rcb, was geschieht nicbt überall, Unb wenn ich hier gering unb eilig schaue, So weife ich boch von beiner Welt, Vorüber aller Grö&e, Von bir im anbern Raum, ODir eng unb eng im ße^en eingeboren. 8 Im Wesen ist bas Glück. Sei nah bem Wesen in ber Cuft, im Geiste, Im Weibe, überall, nur klar im Wefen. Dort ist bas gan3e, allersebnte Glück. 9 Denn Wesen, bas ist Gottes nahe Sphäre, nah über Raum unb über Sinnen. Du tust, bist ßilfe aus bem Rbbilb, Du lebst, bein Cohn, im fltem beines Schöpfers, Der ewig selig um bieb weife, Du schweigst, vergissest, seuf3est auf vor Sreube — Das alles — nur, nur bas — ist Gottes Wille. 10 Dass bieses sei, sinb pausen, Scbmer3en, Unglück, Sinb Wunben, Schrecken, Fäulnis, Wahnsinn. Cntstellung unb bie gan3e trübe Grösse. AUS DEM SPRUCHBORN DER WEISEN Übersetzungen gleichen, so sonderbar auch den Betrachter dieses Bild zuerst anmuten mag, in der Tat den Ruder* und Steuerarbeiten eines von Wortozean zu Wortozean reisenden Fähr* mannes. Denn ihren Verfassern obliegt die Pflicht, von Sprachinsel zu Sprachinsel in des Wortes wahrstem, reinstem und ursprünglichem Sinne hinüberzusetzen und jede kostbare Geistes*