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Ost und West · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli-August 1921) · p. Seite 195 - 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli-August 1921)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1921-07-01
Page
Seite 195 - 196 (sequence 2)
Language
German
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195 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 196 Der Aufschwung der Medaillenkunst in Wien hat den Dichtern Mosenthal (Nr. 48) und F r a n k 1 (Nr. 50) eher ihre Medaillen gebracht. Wer hat freilich die Prägung für Frankl veranlaßt? Das besagt die Widmung auf der, Rückseite; „Dem Freunde und Kollegen die Beamten der Isr. Kultusgemeinde in Wien". Der Dichter war im Broterwerb Sekretär der Wiener jüdischen Ge* meinde. Natürlich galt die Ehrung gleichzeitig den Verdiensten Frankls außerhalb des Gemeinde* dienstes. Unter dem Bilde seines Kopfes sehen wir eine Lyra mit gekreuzten Lorbeerzweigen. Es wäre übrigens von Interesse festzustellen, wer unter den Wiener Gemeindebeamten der taktvolle und kunstsinnige Inspirator gewesen ist, dem wir die schönen Medaillendenkmäler für Wertheimer und Frankl zu verdanken haben. Hätten, wenn kein Weltkrieg gewesen wäre, die Warschauer ein Gleiches für ihren Gemeindesekretär, den Dichter und Volksschriftsteller Perez, getan? Piza, Bacher, Benedikt und Werthner gehören in die Reihe der verdienst* vollen Zeitungsschriftsteller. Dem Chefredakteur der Hamburger „Reform" hat nach seinem Tode die dortige Freimaurerloge gehuldigt (Nr. 49), den drei Wiener Redakteuren das „Post Expedits Personale" der Zeitung (Nr. 54). Auf der Rück* seite des Wiener Medaillons ist das Titelblatt der ersten Nummer der „Neuen Freien Presse" abge* bildet. Jetzt nach Eingehen der Zeitung hat die Medaille von 1890, sowie die auf Prof. Benedikt allein geprägte Plakette Nr. 55 vom Jahre 1896 zur Erinnerung an die bedeutendste Zeitung, die das kaiserliche Wien besessen hat, neue Bedeutung gewonnen. Der Wiener Gomperz, der Sprößling eines alten, jüdischen, hochangesehenen Geschlechts, der Entzifferer der Papyri von Herculaneum und Ver* fasser der „Griechischen Denker", wäre eine Zierde der Judenheit, wenn er nicht als 80 jähriger Greis in den von ihm veröffentlichten Lebenserinnerungen bedauert hätte, der „alten Religionsgemeinschaft" treu geblieben zu sein! Die Darstellung auf der Rückseite der Medaille Nr. 57, Personengruppe am Meeresufer, im Hintergrunde der Vesuv, weist auf Italien, dem neben Griechenland der Professor der klassischen Philologie seine Lebensarbeit widmete. Von den Numismatikern Meyer (Nr. 47), Donebauer (Nr. 52) und Forchheimer (Nr. 53) ist der zweite der bedeutendste. Er hat die größte Sammlung böhmischer Münzen und Medaillen sachkundig zusammengebracht, der ge* druckte Katalog umfaßt nicht weniger als 6122 Nummern. Wenn je ein gelehrter Sammler, hat Donebauer die ihm von den »Freunden der Münz* künde in Prag" gestiftete Medaille mit vollem Rechte verdient. 5. Ärzte. 58. Abraham Gomes de Sylva in Amsterdam, 1722 zum Eintritte in die dortige Medizinische Ge* Seilschaft. B. ♦ 59. Abr. Abramson: Marcus Herz in Berlin (1747-1803), vor 1803. S. 60. B. E, Asser in Amsterdam, 1809 zum Ein* tritte in die dortige Medizinische Gesellschaft. M. 61. Lesser: Elias Henschel in Breslau (1755 bis 1839), 1837 zum 50jährigen Doktorjubiläum. S. 62. Johann Stieglitz in Hannover (1767—1840), 1839 zum 50 jährigen Doktorjubiläum. S. 63. Jonathan Pereira in London (1804-1853), 1854 nach seinem Tode zum 50. Geburts* tage. B. 64. Moritz Heinrich Romberg in Berlin (1795 bis 1873), 1867 zum 50jährigen Doktorjubiläum. B. 65. Enoch Heinrich Kisch in Prag (1841-1918), 1891 zum 50. Geburtstage. S. 66. Josef Gruber in Wien (1827-1900), 1897 zum 70. Geburtstage. S. 67. A. Loewenthal: Adolf Hoffmann in Wien, 1902 zum 80, Geburtstage. S. 68. Karl Weigert in Frankfurt a.M. (1845-1904), nach seinem Tode. B. 69-70. Paul Ehrlich in Frankfurt a. M. (1854 bis 1915), 1904 zum 50. Geburtstage B., 1910 S. 71. Wilhelm Winternitz in Wien (1825-1917), 1905 zum 70. Geburtstage. B. 72. Siegmund Freud in Wien, 1906 zum 50. Ge* burtstage. B. Marcus Herz vereinigte die Wirksamkeit des Arztes mit der des Philosophen. Darum ist auf der Rückseite der Medaille Nr. 59 (Abb. 2) eine Hygiea dargestellt, die sowohl eine Schlange als auch eine Eule trägt. Von wem die Medaille ver* anlaßt wurde, ist nicht gesagt; jedenfalls war die Berliner jüdische Gemeinde an der Medaille ihres Krankenhausarztes unbeteiligt. Dagegen war das Band zwischen der Breslauer Gemeinde und ihrem Arzte Henschel ein innigeres. 1837 huldigte sie mit der Medaille Lessers (Nr. 61) den Ver* diensten ihres Glaubensgenossen und Landsmannes: ,,Conventus Judaeorum Vrat. meritis popularis sui." Es wäre ungerecht, aus der Reihe der übrigen unserem Bekenntnisse treugebliebenen Ärzte von Nr. 65 ab den einen oder den anderen besonders hervorzuheben. Sowohl der durch seine Praxis und humanitäre Tätigkeit ausgezeichnete Hoffmann, den der Wiener Club der Münz* und Medaillen* freunde mit der Medaille Nr. 67 ehrte, als auch die Universitätsprofessoren Kisch in Prag (Bade* arzt in Marienbad), G r u b e r (Ohrenheilkunde), Winternitz (Wasserheilkunde) und Freud (Nervenheilkunde) in Wien, sowie Weigert (Bakteriologie) in Frankfurt a. M. sind Zierden unserer Gemeinschaft und der ärztlichen Wissen*

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