Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai-Juni 1921) · p. Seite 163 - 164

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
21 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai-Juni 1921)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1921-05-01
Page
Seite 163 - 164 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584101-2584104-2607321--18224-2607362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

163 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 164 Der Münchener Numismatiker Dr. Eugen Merzbach hat seinem Onkel, dem Speyerer Lehrer Ludwig Schloß, zu dessen 50jährigem Dienstjubiläum 1887 eine Medaille in Silber gestiftet, die auf der Vorder* seite die Widmung, auf der Rückseite ein lesendes Kind zeigt, neben dem sich links Gesetzestafeln und Ölzweig, rechts ein siebenarmiger Leuchter befinden. Immerhin gibt es zwei Lehrermedaillen, während es Kantorenmedaillen nur eine einzige gibt. Zum 25 jährigen Amtsjubiläum des Prager Oberkantors Moritz Pereies wurde 1867 eine Medaille geprägt, die wir in Zinn besitzen. Von wem die Prägung ausging, ob von privater oder offizieller Seite, ist auf der Medaille nicht vermerkt. 3. Gemeindevorsteher. 36. Joseph v. Wertheimer in Wien (1800-1887), 1867 zum Ausscheiden aus seinem Amte. S. 37. A. Löwenthal: Salo Cohn in Wien (1845 bis 1917), 1901. B. Gegenüber den in der vorigen Gruppe ge* nannten Lehrern und dem einen Kantor, die nur von lokaler Bedeutung waren, haben die Gemeinde* Vorsteher (Kultusvorsteher) Wertheimer und Cohn eine weit über ihre Heimatsstadt hinausgehende Wirksamkeit entfaltet. Wertheim er war nicht nur viele Jahre hin* durch Präses der Wiene* isr. Kultusgemeinde und hat als solcher in einer wichtigen Zeitperiode zur Hilferuf für die ostifldisclien Flüchtlinge! Die leibliche und, geistige Not der ostjüdischen Flüchtlinge schreit zum Himmel. Sie entfliehen Mord, Brand und Kerker; ihren Weg bezeichnen Martern. Fremd, unverstanden, hilflos lagern sie innerhalb unserer Grenzen. Sie brauchen Trost, Rat, Schutz, Obdach, Bedeckung für ihre Blößen, Nahrung und Heilung für ihre leidenden Körper und Seelen. Ungeheure Mittel tun not, um nur die allerdringlichste Abhilfe zu schaffen. Die bisher verfügbaren amerikanischen Hilfsgelder hören auf zu fließen« Die Mittel der bestehenden Institutionen reichen bei weitem nicht aus. Die fruchtbaren Bemühungen deutsch-jüdischer Organisationen können derNot nicht genugtun. Die ostjüdische Selbsthilfe muß in dieBresche springen. Alle jüdischen Faktoren gemeinsam haben die große gesamtjüdische Verantwortung zu tragen. Der Verband der Ostjuden ist es, der alle ostjüdischen Kreise und Kräfte zur Riesenaufgabe dieser Selbsthilfe sammelt. Er will das Ostjudentum Deutschlands dazu organisieren, neben den großen bestehenden deutsch-jüdischen Verbänden ein wichtiger Faktor der im jüdischen Arbeiter-Fürsorgeamt vereinigten Nothilfe für Ostjuden zu werden, und will es darüber hinaus befähigen, überall da einzutreten, wo eigenes Eingreifen und Sonderhilfswerke notwendig werden. Der Verband der Ostjuden wird wie bisher den jüdischen Bahnhofsdienst, das jüdische Flüchtlingsheim, den Rechtsschutz, die Kleiderhilfe,dieWitwen-,Waisen- und Krankenfürsorge mitwirkend unterstützen, wird an der Ausbreitung von Volksküchen und Teehallen Anteil nehmen. Der Verband der Ostjuden wird sich insbesondere ganz der Fürsorge für dauernd ansässige Ostjuden widmen; und er wird seine Kulturarbeit — die Sprachen- und Rechenkurse für ostjüdische Erwachsene —durch angelegentliche Förderung eines echtjüdischen Schulwerkes für ostjüdische Kinder, durch Vermehrung der ostjüdischen Heime und Lesehallen, nach Mäßgabe seiner Kräfte erweitern. / Jüdische Brüder! Helft dem Verbände der Ostjuden in Deutschland seine große Aufgabe erfüllen! Führt ihm eure Spenden, führt ihm eure Kraft zu! Oeffnet eure Herzen und Börsen! Spendet schnell! Spendet reichlich! Berlin N 24 Mai 1921 V€rbäll(l flCl* OStjUdCÜ Iii DCIlfSClllaiMl August-Straße 17 III f _ ., . B gez. Max Lewit, Vorsitzender {Bitte freiliegende Xafkftzarte zu benutzen! Postscheckkonto Nr. 72109 Max Lewit für Verband der Ostjuden in Deutschland.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.