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Ost und West · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli-August 1920) · p. Seite 208 - 209

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Journal
Ost und West
Volume
20 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli-August 1920)
Article
Aus den Wundergärten der Aggada
Date
1920-07-01
Page
Seite 208 - 209 (sequence 2)
Language
German
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208 Die Judenheit in Amerika 209 Aber nein, die Welt geht ihren Gang, und die -Narren, die Unheil Istiften, wierden dafür zur Bechensehaft gezogen -wjerden. Oder aber: Einer raubt bei seinem Nächsten ein Miaß Weizen und säet ihn auf seinem Acker — von Hechts wegen sollte die Saat gar nicht aufgehen. Aber nein. Die Welt g»eht ihren Weg, und die Narren, welche Unheil angerichtet, werden zur Rechenschaft gezogen. * Unsere Weisen lehrten: Wer an einem Götzentempel, zum Beispiel dem des Merciurius, vorübergeht, spreche: Gepriesen sei Gott, der Langmut übt an denen, die seinen Willen verletzen. — Wer 'an einem Ort vorbeigeht, wo ein Götzentempel einmal war und zerstört wurde, sipreche: Gepriesen sei Gott, der einen Götzentempel aus unserem Lande*) entfernt hat, und gleich wie du ihn von hier entfernt hast, so mögest du ihn Von allen Orten des1 Landes Israel entfernen und die Hirzen der Heiden, die den Götzen dienen, zu dir bekehren. Außerhalb Palästinas aber braucht er das Gebet nicht zu sprechen, weil dort die meisten Heiden sind. »Rabbi Simeon ben Elasiar aber sagt: Auch 'außerhalb des' Landes Israel niußi er s'o isprechen, denn alle werden sieh einst zu Gott bekehren, wie Zephania sagt: „Diertnaleinst Verde ich den Völkern eine lautere Sprache erschaffen, auf daß sie alle den Namen des Ejwigen anrufen." * Der Kaiser sagte zu Rabbi Josua ben Chananjah: Ich möchte euren Gott sehen. — Du kannst ihn nicht sehen. — Ich' möchte es doch für mein Leben gern versuchen. — Rabbi Josua ben Chananjah nahm den Kaiser bei der Hand, »führte ihn hinaus ins Freie, und ließ ihn in die Sonne schauen. Es war gerade Hochsommer. Der Kaiser sagte: Ich kann nicht in die Sonfrie schauen. ■— Da sprach Rabbi Josua ben Chananjah: Wenn du in "die Sonne, die nur einer von den Dienern ist, welche vor Gott stehen, um seinen Willen zu tun, nicht schauen' kannst, wie willst du den Herrn selber sehen? * *) Palästina. Ein andermal sagte der Kaiser zu Rabbi Josua ben Chananjah: Ich möchte gern eurem Gott ein Festmahl geben. — Das kannst du nicht. — Warum? — Sein Gefolge ist viel zu zahlreich. — Ei, was. Am Ufer des Flusses Rebitha ist Raum genug für das zahlreichste Gefolge. — Er ging also daran, das Festmahl herzurichten. Sechs Monate wurde daran gerüstet, dann kam ein Sturmwind und fegte alles in das Meer. Der Kaiser ließ sich nicht abschrecken und rüstete weitere sechs Monate zu einem Festmahl für Gott. Dann kam ein Regen und spülte alles in das Meer. Der Kaiser fragte: Was war denn das? — Das waren die Vorboten Gottes, die vorausgeeilt sind, um den Platz zu besprengen und sauberzufegen. »— Ja, wenn dem so ist, dann kann ich ihm wohl kein Festmahl geben. * Rabbi- Jose sagte: Komm und sieh, wie verschieden die flandlungsweise Gottes von der der Sterblichen ist. Wenn ein Sterblicher von seinem Nächsten erzürnt wird, verfolgt er ihn aufs Blut. Gott aber ist nicht so. Die Schlange hat er verflucht; und was ist ihr Los? Schleicht sie sich aufs Dach, hat sie ihre Nahrung bei sich; kommt sie zur Erde herab, hat sie ihre Nahrung bei *sich. Gott hat Kenaan verflucht zur ewigen Sklaverei. Was gilt nun von dem Sklaven1)? Er ißt dasselbe, was sein Herr ißt, und trinkt dasselbe, was sein Herr trinkt, und darf nicht schlecht behandelt und nicht mit Arbeit .überbürdet werden. Er verfluchte das Weib — alle laufen ihm nach. Er verfluchte die Erde — alle Nahrung kommt von ihr. So ist Gott. * Sprach Rabbi Elazar: Auch in der Stunde des höchsten Zornes vergißt Gott nicht der Barmherzigkeit. * Sprach Rab Kahana im Namen des Rabbi Ismaol bar Jose: Verschieden ist der Sinn Gottes von dem Sinn der Sterblichen. Ein Sterblicher, wenn man ihn besiegt, wird er traurig; Gott aber ließ sich besiegen und freute sich darüber. Wie es heißt: „Er gedachte, sie (die Kinder Israels) zu vertilgen, wäre nicht Mose, sein Liebling, der vor ihn hintrat und sich in die Bresche stellte." Nach jüdischem Gesetz. DIE JUDENHEIT IN AMERIKA. Von B. Saphra. III. GESAMTREPRAESENTANZEN DER AMERIKANISCHEN JUDEN. „Das gibt dem Rassenvorurteil und der religiösen Unduldsamkeit offizielle. Sanktion. Das , bedeutet eine Beschimpfung von Männern, die ihre Ergebenheit für unser Vater-, land erprobt haben. Das! muß unvermeidlich eine demoralisierende Wirkung auf die Mannschaften an der Front ausüben. Das wird unfehlbar die Unwissenden und "Denkfaulem anreizen, ihre Kameraden geringschätzig zu behandeln. Das ist dem amerikanischen Geiste zuwider." D:rei Tage darauf ordnet Präsident Wilson die sofortige Einziehung und Einstampfung des besagten Leitfadens an, sofort wird eine neue Auflage unter Weglassung desi inkriminierten Satzes ver-

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