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Ost und West · 1918-09-01 · Heft 9 (September 1918) · p. Seite 299 - 300

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Journal
Ost und West
Volume
18 (1918)
Issue
Heft 9 (September 1918)
Article
Die Schwester [Illustration]
Date
1918-09-01
Page
Seite 299 - 300 (sequence 1)
Language
German
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299 Arlur Markowicz. 300 ARTUR MARKOWICZ: „Die Schwester" ARTUR M> Von Prof. Die bildende Kunst ist derjenige- Zweig der modernen Kultur, von welchem das alte Ghetto am weitesten entfernt schien, und der bei den polnischen Juden, — diesen Ghettos: Juden par . excellence — bis vor wenigen Jahrzehnten nicht nur keine Pflege fand, sondern gewissermaßen als verpönt . und unjüdisch galt. Aber in dieser verhältnismäßig kurzen Spanne Zeit, jiaben. sich gerade unter den polnischen Juden; bereits. Ansätze zu einer form* liehen Kunsttradition gebildet, die, wiejede Tradition, auf starke Talente beflügelnd; auf schwächere hemmend wirken kann. : Einige, hervorragende Malerpersönlichkeiten haben diese Tradition ge> formt und ihr Inhalt verliehen: vor'alleni S a m u e 1 Hirszenberg und M o r"i t z G o t i 1 i e b. Beide standen, wenn auch.zu verschiedenen Zeitpunkten, unter dem Einfluß von.J a n.M a.t e j k o in Krakau und seiner Schule, und haben von hier aus die stärksten Anregungen erhalten, sowohl in betreff des rein Malerischen, als auch des Stofflich ^Gefühls* mäßigen. Sowohl Moritz Gottlieb als auch Samuel :. Weis?. Hirszenberg ist es nicht vergönnt gewesen, die Mittagshöhe des Lebens zu überschreiten und alles aus sich herauszubringen, was an Kraft in ihnen schlummerte, aber die Schöpfungen, die sie in der kürzen Blütezeit ihres Daseins hervorgebracht,, sind von einer so großen künstlerischen Reife und bieten einen so großen Reichtum an Typen, Stirn? mungen und Motiven, daß daraus noch eine Ge* neration wird schöpfen können, und die jüngeren -Kräfte redlich sich mühen müssen, sich dem Einfluß dieser Meister zu entziehen und eigne Wege zu wandeln. Einer dieser emporstrebenden Jüngeren ist Artur Markowicz, ein Krakauer, der in der Kunstschule von Jan Mätejko ausgebildet wurde dann in-München und Paris studierte, viele Reisen -machte, aber krallen seinen Biiderti und Skizzen den unverkennbaren Stempel der Krakauer Schule Matej* kos und. der großen glanzvollen Tradition Gottliebs, und Hirszenbergs trägt. Auch ein anderer großer jüdischer Meister, Joseph Israels, scheint ihn

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