Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 17 (1917)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1917)
- Article
- David Alexander Haltrecht
- Date
- 1917-10-01
- Page
- Seite 463 - 464 (sequence 2)
- Language
- German
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463 David Alexander Haltrecht. 464 Kunstjün? gers; von hier aus machte er Ausflüge nach jenen Stätten, die dem Kunst? ler wert und heilig sind und kehrte mit reichen Studien zu? rück. Als er von seiner Roms reise wieder in der Hei* mat eintraf, war er ge? reift, hatte eine eigene Physiogno? mie und ei? nen ausge* sprochenen Stil. Die öffentliche Kunstpflege rechnete mit ihm. Er erhielt ehrende Aufträge, darunter denVorhangfürdas polnische Theater in Lodz zu malen—in der? selben Stadt, in der er noch vor wenigen Jahren als kleiner Han? delsangestellter kärg? lieh sein Brot verdiente. Die klingenden Er? trägnisse dieses Ruh? mes ermögichten ihm einen zweiten längeren Aufenthalt in Paris. Wie immer arbeitete er auch hier emsig und ernst und machte auf seinen Ausflügen in die Nor? man die Studien. Eine Reihe schöner, mit fei? nem Naturverständnis ausgeführter Landschaf? ten legten Zeugnis da? von ab. Nach seiner Rück? kehr in die Heimat un? ternahm er im Frühling des Jahres 1914 eine weite und beschwer? liehe Reise nach Asien, die ihn nach Per? D. A. Haltrecht: Träumerei nach Schreiberhau, Krieges überraschte. D. A. Haltrecht: Blumenstück sien, der Bucharei und Tur? kestan führ? te. Hier porträtierte er europä? ische und einheimi? sehe Per? sönlichkei? ten, und machte be? sonders ort* liehe, lands schaftliche Studien. Zur Erho? lung von den An? strengun? gen der Orientreise ging Halt? recht Ende Juli 1914 wo ihn der Ausbruch des Seitdem lebt und schafft er in Berlin, wo augenblick? lieh die „Vereinigung bildenderKünstier"eine Ausstellung seiner Bil* der veranstaltet. — Er ist als Künstler auf keine bestimmte Richtung ein? geschworen, er sieht die Dinge mit eignen Au* gen; eine in sich ge? festigte Natur, ist er stets bestrebt, seine eig? nen Wege zu gehen. Seine verhältnismäßig kurze Laufbahn brachte eine ansehnliche Reihe bedeutender Kunstwerk ke; sie war ausgefüllt von emsiger Arbeit und unablässigem Bemühen um innere Vervoll? kommnung. Der ihm reichlich zuteilgewor? dene Erfolg war der Lohn ernsten Ringens. Von dem rastlos stre? benden Künster dürfen wir in Zukunft noch viel Schönes erhoffen