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Ost und West · 1917-09-01 · Heft 9 (September 1917) · p. Seite 401 - 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
17 (1917)
Issue
Heft 9 (September 1917)
Article
Golus [Illustration]
Date
1917-09-01
Page
Seite 401 - 402 (sequence 1)
Language
German
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401 Ein neuer Kunstsalon. 402 - - y f£&-£Z-.y;-.~ -■ v;a\;'I''vj^^^fi^^8l^§B^SSS^3MEi sa^ Ernst Pickardt: Golus EIN NEUER KUNSTSALON. Von Dr. K a r I Schwarz. Vor kurzem ist in Berlin ein Kunstsalon er* öffnet worden, der es sich zur besonderen Aufgabe gestellt hat, durch periodisch wechselnde Aus* Stellungen Werke jüdischer Künstler einem weiteren Kreise bekannt zu machen. Was also bisher in Berlin nur zweimal in kurzen Ausstellungen vers sucht worden ist, soll nun zu einem ständigen Unternehmen werden. Im Jahre 1907 war in der Wilhelmstraße eine kleine Zusammenstellung alter und neuer jüdischer Kunst zu sehen. Die Ausstellung, die s. Zt. hier aus* führlich besprochen wurde, (siehe O. u. W. Heft XII, 1907 und Heft I, 1908) bot als erster Versuch keinen vollkommenen Ueberblick, da nur ein verhältnismäßig kleiner Raum zur Verfügung stand und die Kenntnis des einschlägigen Materials noch einseitigwarundsich auf die Werke der anerkanntesten Künstler be> schränkt. Kurz vor dem Kriege veranstalteten sodann die BenesBerissLogen in ihrem schönen Neubau in der Kleiststraße eine Ausstellung berliner jüdischer Künstler, die als Auftakt regelmäßig zu wieders holender und zu erweiternder Ausstellungen ges dacht war. durch die Verhältnisse jedoch ihre Bes strebungen auf ungewisse Zeit vertagen mußte. Der Kunstsalon Aschi ngersMargules, der in der Tauentzienstraße 6 einige freundliche Räume eröffnet hat, nimmt nun den Gedanken solcher Vors führungen wieder auf und bietet bereits in seiner ersten Veranstaltung eine Fülle bisher weniger bekannter oder noch ganz unbekannter Kunstwerke dar. Vielleicht wird mancher Besucher anfangs etwas enttäuscht sein, da fast alle bekannteren Namen fehlen und gerade die Künstler, die den Anspruch erheben, als unsere besten jüdischen Vertreter zu gelten, nicht vorhanden sind. Aber ich möchte dies den Veranstaltern sogar zum Lobe anrechnen, daß sie den Mut hatten, mit einer ihrem eigenen Urteil entstammenden Sammlung zu beginnen indem sie in mühseliger Vorarbeit das Materia zusammenbrachten. Man sieht aber hier wieder, welche geradezu erstaunlichen Resultate das liebes volle Bemühen, sich in den Kreisen unserer Künstler näher umzuschauen, zeitigt, und wir begrüßen daher mit doppelter Freude das Unternehmen, dessen Wirken ein sehr erfolgs und segensreiches werden kann. Beim Eintritt in diese erste Ausstellung des Kunstsalons AschingersMargules, (die in einigen Wochen eine Reihe der bekanntesten Künstler vers einigen soll), fallen sogleich die Radierungen von Erich Wolfsfeld auf; Blätter ungewöhnlich großen Formates, die dieser hervorragende Künstler mit einer Staunen erregenden Technik meistert. Unwillkürlich wird man hier an den unlängst vers storbenen Deutschrömer Otto Greiner erinnert, muß aber dem Lebenden den Vorzug geben, da er nies mals in der Formgebung stecken bleibt, sondern seinen Gestalten trotz aller formalistischen Feins heiten die volle Charakteristik seelenvollen Lebens einzuhauchen versteht.

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