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Ost und West · 1913-12-01 · Heft 12 (Dezember 1913) · p. Seite 969 - 970

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 12 (Dezember 1913)
Article
Außerordentliche Sitzung des Central-Comités vom 5. November 1913
Date
1913-12-01
Page
Seite 969 - 970 (sequence 1)
Language
German
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969 970 F^TEILUNGEN^ des Central-Comitesder ä Alliance Jsra6lite Universelle P«^ nu rn o^iy T^sfi>*-iti>-> ^"reau des Central Comites:Paris.45.RuelaBtuyer^^^^Deulsches Bureau: Charlottenburg,Grolrran-Sir^ AUSSERORDENTLICHE SITZUNG DES CENTRAL-GOMITES VOM 5. NOVEMBER 1913. Am 5. November fand die jährliche ausserordentliche Sitzung des Central-Comites der Alliance Israelite Universelle statt. Ausser den meisten Pariser Herren waren mehrere auswärtige Mitglieder zugegen. Den Vorsitz führte Herr Prof. Dr. Netter, stellvertretender Präsident. Der zur Verlesung gebrachte Bericht bot deshalb ein besonderes Interesse, weil er die politischen Ereignisse auf dem Balkan und in Nordafrika ausführlich behandelte, die auf die allgemeinen Verhältnisse der Israeliten in den betreffenden Ländern und auch auf die zahlreichen Schulanstalten der Alliance in jenen Gegenden eine nachhaltige Wirkung übten. Der Angelegenheit der rumänischen Juden und den von verschiedenen Seiten zur Erlangung der Bürgerrechte für die eingeborenen Israeliten vorgeschlagenen Mitteln wurde eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Auch wurde der lächerlich-tragische Prozess in Kiew ins Auge gefasst, der dazu inszeniert wurde, um durch einen unglücklichen Juden die ganze jüdische Bevölkerung zu brandmarken, deren liberale Tendenzen man befürchtet und zu vernichten bestrebt ist. Hervorgehoben wurden ferner die in Marokko erzielten Besultate und namentlich die Wohltat des dort eingeführten Regimes, dank welchem die Juden, die seit Jahrtausenden der Willkür und der Demütigung preisgegeben w aren, sich nunmehr eines tatkräftigen Schutzes erfreuen und ihren Geschäften in aller Sicherheit nachgehen können. Der Bericht enthält einen Ueberblick über die Wirren auf dem Balkan, über deren Nachwirkung auf die Verhältnisse der vom Kriege heimgesuchten Länder, und über das zugunsten der dortigen Juden eingeleitete Unterstützungswerk. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass trotz der politischen und geographischen Umwälzungen sämtliche AUianceschulen auf dem Balkan gleich nach dem Bukarester Frieden wieder eröffnet werden konnten, was den besten Beweis dafür liefert, dass die Anstalten der Alliance feste Wurzeln geschlagen haben, und sich der Sympathie der Gemeinden erfreuen. Anlässlich des neuen Jahrgangs sind neue Anstalten gegründet worden, und zwar namentlich in Bulgarien und in Mesopotamien. Der sehr ausführliche Bericht gab zu einem längeren Meinungsaustausch Anlass, aus dem sich ergab, dass unter sämtlichen Mitgliedern des Central-Comites über alle Angelegenheiten allgemein-jüdischen Interesses volle Uebereinstimmung herrscht. Es wurde im Laufe der Sitzung zur Wahl des Vorstandes vorgeschritten. Durch Zuruf wurden wiedergewählt: als Vorsitzender Herr Narcisse Leven, als stellvertretende Vorsitzende die Herren Prof. Dr. Netter und Eugene See, als Schatzmeister Herr Machiels. DIE ISRAELITEN Als die Balkanereignisse zu Beginn des Sommers die rumänische Regierung zu einer allgemeinen Mobilmachung veranlassten, sind die Israeliten des Landes ihrer Militärpflicht mit einem solchen Eifer gefolgt, dass selbst die antisemitischen Zeitungen ihn rühmten. Die patriotische Begeisterung der Israeliten zeigte sich auch in der Meldung von sehr vielen Freiwilligen. Die rumänischen Israeliten lieferten damit einen glänzenden Beweis ihrer Liebe zu demselben Vaterland, das sie als „Fremde" behandelt. In der Senatssitzung vom 4. Juli sprach Emil Lahovary von der Rednertribüne aus über diese Haltung der Juden und verlangte dringend die Naturalisierung der an der Mobilmachung be- IN RUMAENIEN. teiligten Israeliten. Er sagte: „Mit grossem Ernst folgt unser ganzes Land den Etappen unseres Volksheeres, das auf fremdem Boden die Rechte und die Zukunft Rumäniens verteidigt. Aber in den Reihen unserer Soldaten befinden sich nicht nur unsere Söhne, nicht nur rumänische Bürger, sondern auch Fremde, die in unserem Land geboren und erzogen sind und mit ihren Familien den Schutz der rumänischen Regierung gemessen. Diese Einwohner kommen ihrem Militärdienst in keinem anderen Lande nach, es ist also natürlich, dass sie ihn in dem Lande leisten, das ihnen seinen Schutz gewährt und' in dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Es ist

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