Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Date
- 1913-11-01
- Page
- None (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2583875-2584033-2584045--15003-2605346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Osrög£e stz ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT V FÜR DAS GESAMTE JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert LEO WINZ. Alle Rechte vorbehalten. Heft 11. November 1913. XIII. Jahrg. DER VERBAND DER DEUTSCHEN JUDEN ZU SEINER HAUPTVERSAMMLUNG IN HAMBURG AM 9. NOVEMBER. — Der Verband, zu dessen fünfter öffentlicher Hauptversammlung sich in wenigen Tagen gegen 500 Vertreter der deutschen Judenheit in Hamburg zusammenfinden, wird demnächst zehn Jahre bestehen. Als Tag seiner Gründung ist der 24. April 1904 anzusehen, an dem zum ersten Male eine ähnliche — nur nicht öffentliche — Versammlung zusammentrat, ausdrücklich berufen als eine »Hauptversammlung zur Begründung des Verbandes der Deutschen Juden". Es ist selbstverständlich, dass die Entstehungsgeschichte des Verbandes weiter zurückführt; die Tatsache allein, dass zu jener Versammlung gegen 150 Delegierte aus fast allen deutschen Landesteilen erschienen, beweist eine Fülle organisatorischer Arbeit, die ihr voranging. Auf diese einzugehen, ist hier nicht der Platz. Nur dies mag rekapituliert werden — im wesentlichen nach dem Bericht, den in der ersten öffentlichen Hauptversammlung des Verbandes in Berlin 1905 Justizrat Eugen Fuchs über „Entwicklung und Aufgaben des Verbandes" erstattet hat: „Von Justizrat Breslauer ist die erste Anregung ausgegangen, . . . einen grossen J u d e n t a g zu veranstalten und durch die Darlegung unserer Ansprüche und Beschwerden vor der breitesten Öffentlichkeit ihre Verwirklichung zu fördern. Diesen Gedanken hat er Professor Martin P h i 1 i p p s o n mitgeteilt und beide haben sich an die Leiter des Centraivereins (Justizrat Horwitz und Justizrat Fu chs) gewandt, um gemeinsam diesen Judentag vorzubereiten." Die letztgenannten vertraten den Standpunkt, dass mehr als eine Protestversammlung der deutschen Judenheit eine Gesamtvertretung und die Schaffung eines Organs nottue, dass die verschiedenen Organisationen zu gemeinsamer planmässiger Arbeit vereinige. Einer vorbereitenden Versammlung im Dezember 190.0 wurden beide Vorschläge vorgetragen; die Versammlung lehnte die Anregung des Judentages ab, beauftragte dagegen einen — aus den vier schon genannten Herren und Justizrat Edmund Friedemann bestehenden — Ausschuss, die Schaffung einer dauernden Vertretung in einem „Verband der Israeliten Deutschlands" in die Wege zu leiten. Der Ausschuss begann seine Arbeit und entwarf auch bereits eine Satzung, die der geltenden Satzung des Verbandes zugrunde liegt. — Getrennt hiervon setzte eine auf den Zusammenschluss der deutschen Juden gerichtete Bewegung gegen Ende 1902 in Frankfurt a. M. ein. Von dort aus trat man in Verbindung mit dem bereits bestehenden Ausschuss in Berlin, es folgten Versammlungen in Frankfurt — im Mai —, Erfurt — im Juni — und Berlin — im November 1903 —, und nach deren Beschlüssen arbeitete der engere Ausschuss in Berlin den Plan für die Berufung der konstituierenden Hauptversammlung zum 24. April 1904 aus, welche unter dem Vorsitz des Justizrats Horwitz und eingeleitet von einem Referat des Professors P h i 1 i p p s o n , in eingehenden Beratungen die Begründung des Verbandes und, nach Ausgleichung mancher Schwierigkeiten in der Spezialdebatte, auch die Satzung einstimmig beschloss. — Der erste Vorsitzende wurde Professor P h i 1 i p p s o n. (Ihm folgte später der Justizrat Edmund Lach mann; seit dessen frühem Tode führt Justizrat.Horwitz den Vorsitz.) Das Ziel, das den Gründern des Verbandes vorschwebte, lässt sich nicht besser umschreiben als mit den Worten des Justizrats Fuchs in dem erwähnten Bericht von 1905: „Der Verband will auf autonomer Grundlage ein Organ schaffen, welches alle Juden Deutschlands zusammenfasst und den neiir tralen Boden' schafft, auf welchem Rabbiner und Laien, Orthodoxe und Reform juden,Konservativeund Liberale, Centraiverein ler und Zionisten gemeinsam zusammenarbeiten, um im Gesamtinteresseder deutschen Judenheit