Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 779 - 780

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Selbstbildnis [Illustration]
Date
1913-10-01
Page
Seite 779 - 780 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
illustration document
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2583875-2584033-2584044-2605171--14918-2605239
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

779 780 %®$3EäB ARNOLD ZADIKOW. MUEXCHEX. Selbstbildnis. Bronzeplfikette. AltXOLD ZADIKOW. MUEXCHEjST. Plakette. ARNOLD ZADIKOW. Von Karl Schwarz. ARNOLD ZADIKOW. MUEÄ'CHEN. Bildnisplakette. Ludwig Bach, München. Auf der Frühjahrsausstellung der Münchener Secession erregten einige Plastiken eines bisher unbekannten Künstlers die allgemeine Aufmerksamkeit. Es waren Kleinplastiken, die eine geschickte Hand verrieten. Kurz darauf öffnete die Internationale Kunstausstellung zu München ihre Pforten, und da konnte man den. Namen desselben Künstlers bei zwei Monumentalfiguren lesen, die beredtes Zeugnis dafür ablegten, dass der Schöpfer der zierlichen und teilweise witzigen Werkchen weit mehr zu geben imstande sei als es die erste Ausstellung vermeinen Hess. Ein eiserner Wille und eine bewundernswerte Arbeitskraft, gepaart mit skrupelhafter Ehrlichkeit, ein Ringen nach Wahrheit und rastloses Streben zu hohen Zielen — das sind die Triebfedern, die Arnold Zadikowzum Künstler gemacht, die ihn durch alle Widerwärtigkeiten des Lebens über die grossen - Entbehrungen und Enttäuschungen emporgehoben haben. Der bisherige Entwicklungsgang des jungen Künstlers ist charakteristisch genug, um die zähe Willensstärke zu beleuchten. ■ Als Sohn eines Kantors in Pommern geboren, besuchte er das Gymnasium bis zum Einjährigen, wollte aber dann bald selbständig und unabhängig sein und das Baufach erlernen. Er arbeitete als einfacher Maurergeselle, schleppte Steine, um sich sein kärgliches Brot zu verdienen, besuchte dann die Baugewerkschule, erhielt eine Anstellung in einem Baugeschäft in Posen und schliess lieh bei einem Häusermakler in Berlin. Hier sollte er den Bau ARNOLD ZADIKOW. Santina. Bronzeplakctto. von Mietskasernen leiten, Wohnungen vermieten und mit den Lieferanten feilschen, hielt es jedoch in dem geistlosen Spekulationsgetriebe nicht aus und entschloss sich kurzer Hand, seine starken künstlerischen Neigungen auszubilden und unter den grössten Schwierigkeiten — da ihm alle Mittel fehlten — dem inneren Drange seiner Begabung zu folgen. Einige wohlwollende Mäcene, die den sicher auftretenden Jüngling, der sich des schweren Weges, der ihm bevorstand, voll bewusst war, durch Meister wie Liebermann und andere prüfen Hessen und die das bedeutende Talent rückhaltlos anerkannten, ermöglichten ihm den Beginn seiner künstlerischen Studien. Zadikow bezog die Berliner Akademie, konnte sich jedoch dem Sehneckengang der Lehrmethode nicht fügen, da sein stürmendes Temperament ihn unaufhaltsam vorwärts drängte, und verliess nach einem Jahre Berlin, um in München seine Studien fortzusetzen. Hier fand er in Professor Wadere den geeigneten Lehrer und besuchte fortan die dortige KunstgeAverbeschule. Trotzdem kann man den Künstler als einen Autodidakten betrachten, denn, wenn er auch seinem Lehrer manche Anregung verdankt, so hat Zadikow doch fast alles, was er bis heute geschaffen, durch sein eigenes Ich erworben. Fast alle Arbeiten sind in stiller Zurückgezogenheit und unter beständigem Ringen nach einer grösseren Vervollkommnung entstanden; nicht nach rechts und nicht nach links schielend, sondern geradeaus schauend hat er sich seine Kunst lUUEXCHEX.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.