Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1913)
- Article
- Berichtigung
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 491 - 492 (sequence 1)
- Language
- German
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491 492 ^NVMITTEi LU N GEN '"fffß des Central-Comifes der M AllianceJsrd61iteUniverselle nn m o^iyyu brnty I ßureau des Central-Comites:Paris.45.RuelaBru>er^^^^Deursches Bureau: Charlottenburg, Grolman-frr.^ BERICHTIGUNG. I Die „Frankfurter Zeitung" brachte in Nr. 118 vom 29. April einen Artikel unter dem Titel „Reisebriefe aus Kleinasien", in dem über die Alliance unrichtige Angaben gemacht werden. Der Verfasser des Artikels, Herr Prof. Dr. Hartmann (Hermsdorf), bespricht u. a. das im Bau befindliche Technikum in Haifa und fährt dann fort: „Die Reichsregierung, die der Anstalt ihren Schutz gewährt, hat das volle Recht, auf dem deutschsprachlichen Unterricht in allen Fächern des Technikums zu bestehen. Eine solche Forderung hat nichts zu tun mit dem Verhältnis, das zwischen der Alliance Israelite und der französischen Regierung besteht. Bekanntlich unterstützt diese die Anstalten der Alliance mit bedeutenden Beträgen, dafür sollen aber diese Schulen dem Prestige Frankreichs dienen, sie gelten nicht mit Unrecht geradezu als Mittel politischer Agitation. Abgesehen davon, dass dieser Zustand leicht zur Reibung mit den orientalischen Länderregierungen und mit dem selbstbewussteren Bestandteil der Bevölkerung geführt hat, wird man in solcher Beeinflussung kein Heil sehen können; denn es ist damit ein Eingriff in die Entwicklung gegeben, der durchaus ihr natürlicher Lauf gelassen werden muss. Zwecks Richtigstellung dieser Angaben wurde am 5. Mai in der „Frankfurter Zeitung" ein Schreiben des Central-Comites veröffentlicht, das folgenden Wortlaut hat: Paris, den l.Mai 1913. Sehr geehrter Herr Redakteur! Der Artikel „Reisebriefe aus Klein-Asien" in No. IIS (erstes Morgenblatt) Ihrer geschätzten Zeitung vom 29. April a. c. enthält Bemerkungen über die Alliance Israelite Universelle, welche nicht zutreffend sind. Wir bitten Sie daher folgender Berichtigung in Ihrem w. Blatt Raum geben zu wollen: 1. Es ist nicht richtig, dass die französische Regierung die Anstalten der Alliance mit bedeutenden Beträgen unterstützt. Richtig ist, dass weder die französische Regierung noch irgend eine französische Gesellschaft unserem Verein auch nur die geringste Subvention gewährt. Von den gesamten Jahreseinnahmen der Alliance, die sich im Jahre 1912 auf fr. 1.625.383 belaufen haben, rührt lediglich ein Betrag von fr. 20.000 aus der Subvention einer Regierungsstelle her, und zwar erhalten wir diesen Betrag von der tunesischen Regierung und aus ihrem eigenem Budget; dagegen nehmen wir ihr die Last der Fürsorge für die jüdische Schuljugend von Tunesien ab. 2. Es ist unrichtig, dass unsere Schulen dem Prestige Frankreichs dienen sollen. Es ist vielmehr Aufgabe unserer Schulen, die jüdische Jugend im Orient zu treuen Juden und zuverlässigen Bürgern ihrer Heimatstaaten zu erziehen. Aus diesen Gründen lassen \vir den Unterricht an unseren Schulen stets von Lehrern erteilen, die aus den Ländern stammen, in welchen sie zu unterrichten haben. In unseren Schulen wird neben der Landessprache in erster Linie Hebräisch gelehrt, daneben je nach Bedürfnis Französisch, in einigen Schulen auch Deutsch oder Englisch. Die Ueberwachung des ganzen Schulwesens geschieht durch das Central - Comite, in dem die in Frankreich wohnenden Mitglieder die Minorität bilden. 3. Es ist unrichtig, dass unser Schulwesen zur Reibung mit den orientalischen Länderregierungen und dem selbstbewussteren Bestandteil der Völker geführt hat. Unsere Schulen erfreuen sich vielmehr der Förderung durch die orientalischen Regierungen und sie werden von Jahr zu Jahr in stärkerem Masse von der eingeborenen Bevölkerung besucht, so dass zur Zeit etwa 45.000 Kinder in unseren Schulen unterrichtet werden. Nur aus Mangel an Mitteln sind wir nicht in der Lage, allen aus dem Orient an uns herantretenden Gesuchen um Errichtung neuer Schulen nachzukommen. In unserer mehr als fünfzigjährigen Tätigkeit hat unser Schulwesen keinerlei Beanstandungen durch die orientalischen Länderregierungen erfahren und es erfreut sich immer mehr der Anhänglichkeit der jüdischen Bevölkerung, die vielfach ihre Kinder schon in der zweiten Generation unserer Schule anvertraut. Zur Steuer der Wahrheit bitten wir Sie, diese Darlegung unverkürzt zum Abdruck bringen zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung. Für das Central-Comite der Alliance Israelite Universelle. Der Sekretär, gez. Bigart.