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Ost und West · 1913-05-01 · Heft 5 (Mai 1913) · p. Seite 409 - 410

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Journal
Ost und West
Volume
13 (1913)
Issue
Heft 5 (Mai 1913)
Article
Die Konstituierungs-Versammlung der freien Organisation der Alliance Israélite Universelle
Date
1913-05-01
Page
Seite 409 - 410 (sequence 2)
Language
German
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409 Die Konstituierungs-Versammlung der Freien Organisation der Alliance Israelite Universelle. 410 einer Sitzung zu berufen, um über die allgemeinen Interessen der Alliance zu beraten und etwaige Wünsche und Vorschläge sowohl direkt schriftlich dem Central-Comite, als den deutschen Mitgliedern zur persönlichen Vertretung in Paris zu unterbreiten, und für die Wahlen zum Central-Comite geeignete Mitglieder aus Deutschland zu präsentieren, f) Das Deutsche Bureau der A. I. U. ist gleichzeitig das Bureau der Freien Organisation. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: 3. Der Vorstand der Freien Organisation besteht aus 5 Personen: 1 Vorsitzenden, 1 Stellvertreter und 3 Beisitzern. Als erster Vorstand wird gewählt: Dr. Isidor Ginsberg- Berlin als Vorsitzender, Prof. Dr. S. Kalischer-Berlin als zweiter Vorsitzender, Senator Fischer-Hannover, Rechtsanwalt Dr. Ed. Baerwald-Frankfurt a. Main, Dozent Dr. M. Brann-Breslau als Beisitzer. Zu Punkt3 der Tagesordnung: a) Die bestehenden deutschen Bezirks- und Lokal -Comites sind straffer zu organisieren. Wo derartige Comites noch nicht bestehen, sind solche einzurichten. Ueber die Zweckmässigkeit entscheidet der Vorstand des Bezirks-Comites, zu dem der Ort gehört. b) Eine allgemeine Propaganda für die Werbung neuer Mitglieder ist seitens aller Comites in die Wege zu leiten. Die Propaganda soll mit Aufrufen und Rundschreiben einerseits und mit Versammlungen und Vorträgen anderseits einsetzen. Die Vorträge sind von den Vororten der Bezirkscomites mit Hilfe des Deutschen Bureaus zu organisieren. Als Redner sind die in den Bezirken wohnenden Rabbiner und Lehrer zu gewinnen. Nötigenfalls wird ein Redner vom Deutschen Bureau zur Verfügung gestellt. c) Jedes Bezirks- oder Lokal-Comite ist berechtigt, von dem Deutschen Bureau der A. I. U. schriftliche Arbeiten für die Förderung der Organisation und Propaganda zu verlangen. d) Alle Comites haben dem Deutschen Bureau alljährlich bis Ende Oktober ein namentliches Verzeichnis ihrer Mitglieder und eine Bilanz ihrer Einnahmen und Ausgaben bis Ende Dezember zu übermitteln. Zu Punkt 4 der Tagesordnung. 5. „Die Freie Organisation der A. 1. U. gibt bei ihrer ersten Tagung dem Wunsche Ausdruck, zu den bestehenden ähnlichen Organisationen, namentlich zum Hilfsverein der Deutschen Juden, in freundschaftliche Beziehungen zu treten und solche dauernd zu erhalten." Die 2*4 stündigen Verhandlungen nahmen einen durchaus harmonischen Verlauf. Ueber sämtliche zur Beratung stehende Fragen herrschte völlige Einmütigkeit. Sämtliche Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. An der sehr anregenden Diskussion beteiligten sich u. a. namentlich Dr. Baerwald- Frankfurt, Generaldirektor Jos. Berliner-Hannover, Dozent Dr. Brann-Breslau, Rabbiner Dr. Italiener- D||frnstadt, Rechtsanwalt Dr. Lippmann-Hamburg, Julius Mecca-Cassel, Kommerzienrat Ludw. Metzgerr^hberg, Heinrich Oschinsky-Breslau, Max Wolff-Stuttgart. Als am Schluss der Versammlung Herr I^Mmerzienrat Metzger dem Vorsitzenden der Freien Organisation den herzlichsten Dank für alle bisher geleitete Arbeit aussprach, gab er lediglich dem Empfinden derVersammlungAusdruck, die mit allen übrigen Fronden der Alliance Herrn Dr. Ginsberg es als Verdienst anrechnet, dass er sich der grossen und muhevollen Aufgabe unterzogen hat, das Alliancewerk in Deutschland von neuem zur Geltung zu bringen. DIE ISRAELITEN RUMAENIENS. ^!&e durch den Balkankonflikt veranlassten diplomatischen Verhandlungen, besonders aber die Möglichkeit.der Abtretung bulgarischen Besitzes an Rumänien, habirr die seit vierzig Jahren schwebende Frage über die Lage der rumänischen Juden wieder aktuell gefnacht. Die Frage der Annexion bulgarischen Territorjtims durch Rumänien hat die Israeliten Bulgariens lebhaft beschäftigt. Sie befürchteten, dass diejenigen GJaubensgenossen, die in rumänische Abhängigkeit umgehen, gleich den rumänischen Israeliten, in ihrem neuen Vaterland Geächtete sein würden. In ihrem Namen hat das israelitische Zentralkonsistorium von Bulgarien dem Präsideriten des Ministerrats in Sofia folgendes Memorandum übermittelt: 12/25. Januar 1913. Herr Ministerpräsident! Die Möglichkeit der Abtretung eines bulgarischen Territoriums an Rumänien beunruhigt die Israeliten unseres Landes in ihrer doppelten Eigenschaft als bulgarische und israelitische Bürger. Diese Möglichkeit führt für diejenigen unserer Glaubensgenossen, die das von Rumänien beanspruchte Gebiet bewohnen, und die in Bulgarien alle bürgerlichen

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