Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Die Angriffe auf die A. I. U.
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 89 - 90 (sequence 3)
- Language
- German
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89 Die Angriffe auf die A. I, IL 9Q Geh. Kommerzienrat S i e s k i n d - Leipzig, Richard Schlössinger - Heidelberg, Bezirksrabbiner Dr. S a 1 - v e n d i - Karlsruhe, Hermann Löb-Stern - Mannheim, Josua B. Stein - Crailsheim, Karl Schiff - Berlin, Kommerzienrat Gerson Simon - Berlin, Geh. Sanitätsrat Dr. Stern- Berlin, Kommerzienrat Sternberg- Breslau, Kommerzienrat Trier- Darmstadt, Geh. Justizrat B. Timendorfer - Berlin, Rabbiner Dr. Weisse- Berlin, Sidonie Werner - Hamburg, Rabbiner Dr. W i 1 d e - Magdeburg, M a x W e i 1 - Magdeburg, Chefredakteur Lea Winz- Berlin, Hermann Wittner - Leipzig, Otto Wolff - Darmstadt, Kommerzienrat W o 1 f f - Ludwigshafen, Max Wimpf heimer - Karlsruhe, Julius Ziele nziger - Potsdam. (Eine Manifestation noch grösseren Stils gegen die vorbereitet, da jene — leider von jüdischer Seite verleumderischen Angriffe, die von der Opposition ausgehenden und in politischen Tageszeitungen verausgehen, (deren Zahl jetzt auf 9 Männer zusammenbreiteten — Anwürfe geeignet sind, die deutschen geschrumpft ist und keinen Anhang mehr findet) wird Juden in der Oeffentlichkeit herabzusetzen). Dl ADOLF SIDON. Zu seinem 70. Geburtstage. Von Professor Dr. Ludwig Blau in Budapest. / < *s\Wd Der Mann, dessen.'Name diese Zeilen schmückt, wird am 5. Januar des angehenden Jahres seinen 70. Geburtstag feiern. Er wird dies, seiner alles Geräusch ängstlich meidenden, edlen Art entsprechend, im stillen tun, denn er war zeitlebens ein ruhiger Mann, der, wie die Talmudgelehrten der guten alten Zeit, sich ausser dem Kreise seiner Familie nur unter seinen Büchern wohl und glücklich fühlte. Frei von eitlem Flitter, ein Feind alles leeren Scheins, hat er nie nach äusseren Ehren gegeizt; seines inneren Wertes bewusst, ist er stets nur da hervorgetreten, wo er für das Gemeinwohl in Wirklichkeit tätig zu sein vermochte. Eine solche Gelegenheit bot sich ihm schon in ganz jungen Jahren. Kaum war er von Breslau, wo er vom Jahre 1861 bis___ zum Jahre 1868 theologischen und philosophischen Studien oblag (am jüdisch-theologischen Seminar und an der Breslauer Universität), in seine Heimat zurückgekehrt, wurde er schon vom Tyrnauer Bezirk in den Landeskongress der ungarländischen Israeliten als Deputierter Dr. Adolf Sidon. entsendet. Dieser Kongress — der erste und letzte seiner Art — hatte die Aufgabe, die Rechtsverhältnisse der ungarischen Juden als Konfession nach innen und aussen zu regeln, wodurch das ungarische Judentum nach dem Muster der christlichen Konfessionen eine vom Staate anerkannte Eigenverwaltung,, eine Autonomie, erhalten sollte. Es bildeten sich zwei Parteien, eine fortschrittliche und eine orthodoxe Partei, die sich gegenseitig heftig bekämpften. Dr. Sidon schloss sich der Fortschrittspartei an, in deren Klub er einer der jüngsten Schriftführer war, in welcher Eigenschaft er durch seinen versöhnlichen Charakter auf die scharfen Gegensätze mildernd einzuwirken trachtete. Bald darauf, im Jahre 1870, wurde er, mit dem Sitz in Simand, zum Arader Komitatsrabbiner gewählt, allwo er das religiöse Leben neu zu beleben trachtete. Seine rabbinische Wirksamkeit fand auch ausserhalb seines Rabbinatssprengels volle Anerkennung, so dass er schon nach Ablauf von drei Jahren von der angesehenen Gemeinde