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Ost und West · 1911-12-01 · Heft 12 (Dezember 1911) · p. Seite 1115 - 1116

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 12 (Dezember 1911)
Article
Sitzung der deutschen Conferenz-Gemeinschaft
Date
1911-12-01
Page
Seite 1115 - 1116 (sequence 1)
Language
German
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1115 1116 SITZUNG DER DEUTSCHEN CONFERENZ-QEMEINSCHAFT. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Die kombinierte Sitzungder Deutschen Conferenz-Gemeinschaft und, des Berliner Lokal-Gomites, die am 19. November stattgefunden hat, nahm einen durchaus friedlichen Verlauf. Die Mitteilungen, die Herr Justizrat Dr. Blau über seine Verhandlungen in Paris gemacht hatte, erweckten die bestimmte Hoffnung, dass man schon in nächster Zeit zu einem Ausgleich mit den Pariser Mitgliedern des Central- Comites kommen werde. Wenn auch in Deutschland die Abneigung gegen die Einführung der Koptation, so wie sie vorgeschlagen ist, noch immer besteht, so wird doch auch auf der anderen Seite nicht verkannt, dass der bisherige Wahlmodus sehr erhebliche Unzuträglichkeiten mit sich führte und einer durchgreifenden Aenderung unterzogen werden muss. Man hofft, auf dieser Grundlage sich mit Paris einigen zu können und hat auch dieser Hoffnung in einem an das Central-Comite gerichteten Brief Ausdruck gegeben. GEH. JUSTIZRAT DJL SALOMON FULD gest. den 31. Oktober 1911. Nachdruck verboten. Dr. Salomon F u 1 d ist, einer in Frankfurt am Main seit Jahrhunderten angesessenen Familie entstammend, am 17. Dezember 1825 in Frankfurt a. M. geboren. Sein Vater, der Gelehrte Reb. Aaron Fuld erzog den Sohn in streng traditionellem Geiste und Hess ihm seine Ausbildung in der katholischen Selektenschule zuteil werden. Auf dringende Verwendung des Rektors dieser Schule führte später Reb. Aaron Fuld seinen Sohn dem Frankfurter Gymnasium zu. Von 1848 bis 1904 war Dr. Salomon Fuld als Anwalt in Frankfurt tätig. Seine hervorragenden Rechtskenntnisse, sein ungewöhnlicher Scharfsinn verschafften ihm weit über die Grenzen Frankfurts hinaus einen grossen Ruf als Anwalt. Als solcher hat er vorbildlich gewirkt und hat es namentlich als seine Aufgabe betrachtet, als Berater vermögender Klienten sie an die Betätigung ihrer sozialen Pflichten zu erinnern. So sind zahlreiche Wohltätigkeitsstiftungen aus seiner Initiative hervorgegangen. Bis zur Annexion Frankfurts hat Dr. Fuld jahrelang der gesetzgebenden Körperschaft seiner Vaterstadt, an der er mit grosser Liebe hing, angehört. Mit dem Verlust ihrer staatlichen Unabhängigkeit* hat f er, ein alter Demokrat bis an sein Lebensende, sich niemals so recht aussöhnen können. Von Begeisterung für das Ideale des Judentums erfüllt hat Dr. Fuld sich opferwillig in den Dienst der Alliance gestellt, er hat jahrzehntelang dem Central-Comite angehört und ist, als er mit Rücksicht auf sein hohes Alter sein Amt niederlegte, bis zu seinem Lebensende Ehrenmitglied des Central-Comites gewesen. In voller Würdigung der grossen zivilisatorischen Aufgaben der Alliance und aus tiefem Mitgefühl für unsere verfolgten Glaubensgenossen hat er rastlos für die Sache der Alliance gearbeitet, keine Mühe war ihm zu gross, keine Fahrt zu weit, wenn es galt, bei wichtigen Entscheidungen mitzuwirken. Immer war er bemüht, der Sache zu dienen und alles Persönliche in den Hintergrund zu drängen und gerade dadurch war er imstande, mit seinen ungewöhnlichen Geistesgaben, mit der Tiefe seines sittlichen Empfindens, und mit seinem reichen Gemüt, das den Nächststehenden sich ganz besonders offenbarte, Grosses für die Sache der Alliance zu leisten, in deren Annalen der Name Dr. Salomon Fuld stets ehrenvoll fortleben wird. — DIE£ISRAELITI Es ist nicht zu verwu ädern, daß die Israeliten in Persien unter den allgemeinen Unruhen im Lande zu leiden haben. Der Direktor der Alliance-Schule zu Hamadan, Herr Habib, schickt dem Central-Comite folgenden Bericht über die in dieser Stadt vorgekommenen Unregelmäßigkeiten: Hamadan, den 21. x4ugust 1911. Bei dem Einzug der Avantgarde von Salar-ed- Doleh sind in Hamadan die verschiedensten Aus,- schreitungen vorgekommen, deren erste Opfer unsere Glaubensgenossen gewesen sind. Die aus Kurden und Lauren bestehende undisziplinierte Horde, die den Truppen des Exschahs vorauszieht, streift durch di-3 Basare und misshandelt und brandschatzt di-3 Judon. IN PERSIEN. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. In der vergangenen Woche sind vier Läden jüdischer Händler von der Volksmenge geplündert worden, die allem Anschein nach von den reaktionären Elementen der Stadt aufgehetzt worden war. Vier andciv, ebenfalls unseren Glaubensgenossen gehörende Läden sind in dieser Woche von den Soldaten Salar-ed-Dolehs ausgeraubt worden. Diesmal hätte die Plünderung bedeutenderen Umfang angenommen, wenn nicht auf meine dringenden Bitten der Vize-Gouverneur Hessam- El-Mulk sich an der. Spitze von 200 Mann zum Basar begeben hätte, um die Ordnung wieder herzustellen und dem unverschämten Vorgehen der Soldaten Einhalt zu tun. Eines der geplünderten Geschäfte gehört unserem ehemaligen. Lehrling, dnm Hutmarher Helil. dor sieh

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