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Ost und West · 1911-12-01 · Heft 12 (Dezember 1911) · p. Seite 1055 - 1056

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 12 (Dezember 1911)
Article
Zu den Bildern von Jozef Jsraels
Date
1911-12-01
Page
Seite 1055 - 1056 (sequence 2)
Language
German
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1055 Zu den Bildern von Jozef Israels. 1056 zwar schon in der erwähnten Israels-Nummer, damals aber in wesentlich schlechterer Wiedergabe, und glauben daher, dass unsere Leser diese Wiederholung, die keine ist, nur billigen werden. Ueberhaupt, wann und wie könnte man von Israels zu viel bringen? Von diesem „kleinen Jüdchen", das die grosse Lüge von der künstlerischen Sehschwäche des jüdischen Stammes so gründlich widerlegte! KEIN „POGROM" IN SUED-WALES. Eine Berichtigung. Von Carl Stettauer, London. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Herr C a r 1 Stettauer, der i n der Londoner Judenheit eine sehr angesehene Stellung einnimmt — er ist lebenslängliches Mitglied des „Council of the United Synagoge" und (neben E. de Rothschild) Schatzmeister dieser Synagogen-Vereinigung — bezeichnet den Artikel „Die Pogrome in Süd- Wales. Ihre Ursachen und Wirkungen" m Oktobcrhcit unserer Zeitschrift als .jUebertreibung". Mit Rücksicht auf den starken Eindruck, den dieser Artikel auf die Oef fentlichkeit und namentlich auch auf die allgemeine Presse gemacht hat, ersucht er uns um Aufnahme der unten folgenden Berichtigung. Wir kommen diesem Wunsche gerne nach, schliesscn aber gleichzeitig seinen Ausführungen eine E r w i d e - r u n g an, auf die wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Die Redaktion v o n „Ost und West". Der Artikel, der in der Oktoberausgabe dieser Zeitschrift über die Ausschreitungen in Süd-Wales erschien, war nur zu sehr geeignet, alle jüdischen Leser auf das tiefste zu beunruhigen, denn er raubte den Juden das sichere Bewusstsein, das sie bisher hatten, dass wenigstens in dem hochstehenden England jene Grausamkeiten gegen unsere Glaubensgenossen unmöglich seien, die unter dem Stichwort „Pogrom" allzu bekannt sind. Es sei ohne weiteres hier vorausgeschickt, dass wenige Erscheinungen in der Geschichte der englischen Judenheit in den letzten 50 Jahren so viel Beunruhigung unter unsere Glaubensgenossen getragen haben, als die Vorgänge in den letzten Tagen des August, die den guten Ruf von Süd- Wales zu schänden machten. Die Juden in England haben sich einen so ehrenvollen Platz im öffentlichen Leben des Landes erworben, haben ein so grosses Mass von Achtung und Hochschätzung unter ihren Mitbürgern anderen Glaubens errungen, dass der leidenschaftliche Ausbruch von Feindseligkeiten in jenen Tagen eine sorgenvolle Bestürzung hervorrief, die an Grösse schwerlich zu übertreiben ist. Jahrzehntelang wiegten sie sich in einer vollkommenen Sicherheit, Sie hatten sich daran 'gewöhnt, den Boden, auf dem sie lebten, als einen Boden zu betrachten, in dem der Antisemitismus keine Wurzel fassen könnte. Und doch kam plötzlich mit einer erschreckenden Wirklichkeit, die um so mehr bestürzte, je weniger man sie erwarten konnte, jenes mittelalterliche Vorurteil gegen die Juden zum Vorschein, und die jüdischen Einwohner von Süd-Wales sahen sich mit Empörung und Bestürzung als Opfer von Feindseligkeiten, die ungerecht und unerwartet über sie hereinbrachen. Es sei offen zugegeben, dass die Unruhen ernst waren, der Schaden gross, und die Leiden, die verursacht wurden, beträchtlich. Aber die ganzen Vorgänge als einen Pogrom zu bezeichnen, ihnen die schreckliche Bedeutung zu geben, die die Juden des Kontinents mit diesem Wort verbinden, ist eine starke Uebertreibung, und eine vollkommene Verdrehung der Tatsachen. Von den Grausamkeiten, die den schrecklichen Pogromen in Russland das Gepräge geben, war hier keine Spur. Kein Gedanke an Blutvergiessen und Totschlag. Die Unruhen nahmen nur die Form einer ausgedehnten Ausplünderung der Läden unschuldiger jüdischer Einwohner an. Es liegt nicht in unserer Absicht, die Schwere der Unruhen zu verkleinern; sie waren schwer, sehr schwer, besonders wenn man daran denkt, in welch glücklicher Lage die Juden in den letzten 50 Jahren in England gelebt haben. Dass in diesem Lande der Gesetzlichkeit und Ordnung ein organisierter Versuch gemacht werden konnte, zu rauben und zu schädigen, in dem Lande, in dem alle Bürger ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens völlig gleiches Recht gemessen, das ist in der Tat schlimm genug, aber es reicht doch nicht aus, um diesen Unruhen den Namen von Pogromen beizulegen. Das muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden. Sonst könnte sich auf dem Kontinent der unheilvolle Glaube festsetzen, dass Pogrome auch in England möglich seien. Die Wurzeln, die der Antisemitismus auf dem Kontinent gefasst hat, sind leider so fest, dass man verhüten sollte, ihnen noch weitere Nahrung zu geben. Der Hass gegen die Juden erhält überdies aus beständig neuen und unerwarteten Quellen reichliche Kräftigung. Wir haben daher allen Grund, ihm nicht unnötig unsererseits neue Nah-

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