Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- None (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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0SF«sRe sn ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT FÜR DAS GESAMTE JUDENTUM. Herausgegeben und redigiert LEO WINZ. Alle Rechte vorbehalten. Heft 12. Dezember 1911. XI. Jahrg. Jüdischer Volksliederabend. J^rn Sonntag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, veranstaltet die Redaktion von „Ost und West" im festsaale der „Gesellschaft der freunde", Berlin W, Potsdamer Strasse 9 einen jüdischen Volksliederabend. €s werden an diesem jfbend eine grössere Jlnzahl ausgewählter, modern bearbeiteter jüdischer Vollfsmelodien von hervorragenden Künstlern zum Vortrag gelangen. Unseren Xesern soll hiermit Gelegenheit gegeben werden, diese in den weitesten Kreisen der osteuropäischen Judenheit noch lebende Volkskunst kennen zu lernen. Die Redaktion von „Ost und Wesf". DAS JUENOSTE BILD VOM JUDENTUM. Von Rabbiner Dr. Max Eschelb acher-Freiburg i. B. Nachdruck verboten. „Was sichert Mommsen den ewigen Ruhm? Nicht die 1500 gelehrten Traktate, die er mit unübertroffener Akribie und Sachkunde verfasst hat (denn an Akribie und Sachkunde kommt ihm am Ende Professor Eduard Meyer gleich oder sonst ein beliebiger Professor), sondern er wird fortleben als der Verfasser seiner römischen Geschichte, in der er in hellseherischer Klarheit das Römertum erschaut und uns mit genialer künstlerischer Gestaltungskraft vor Augen gestellt hat." So urteilt in einem Hymnus auf Karl Marx Professor Werner Sombart über die Arbeit der Professoren, zu denen er schliesslich doch selber gehört. Was er da sagt, gibt zugleich auch einen Massstab für die Bewertung seines eigenen Schaffens. Nicht die Sachkunde, die er selbst in reichem Masse besitzt, nicht die Akribie, die er da, wo er von der jüdischen Religion spricht, in weitestem Umfang vermissen lässt, geben in seinen Augen einem Werke der Wissenschaft seine lebendige Bedeutung, er sieht in einem solchen vielmehr vor allem einen Spiegel, der die Persönlichkeit seines Schöpfers wiedergibt. Und ein geschichtliches Werk zumal nennt er dann gross, wenn der Leser spürt, dass ein grosser Mensch darin ein Bild von Welt und Menschen gegeben hat. So nennt er dort als den Grössten unter denen, die die verborgenen Kräfte im innersten Getriebe des Wirtschaftslebens erkannt haben, neben Karl Marx noch den Dichter Emil Zola. Wissenschaft vom Menschen und Dichtung werden für Sombart eines.