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Ost und West · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. Seite 961 - 962

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
Jakob Glasner
Date
1911-11-01
Page
Seite 961 - 962 (sequence 2)
Language
German
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Schnees wirkt empfunden und erlebt und erscheint daher auf der Leinwand nicht tot und nacherzählt, sondern lebendig und naturgetreu geschildert. Glasner ist ausschliesslich Landschafter, seine Bilder haben keinerlei lebende Staffage; nichts stört die Ruhe der Natur, die in stiller Einsamkeit daliegt. Es sind Stimmungsbilder, schnell erfasste Zustände, die im Augenblick sich verändern. Das Licht huscht vorüber, die Sonne tanzt über die Sclmeel'lächen, das Wässerlein quält sich durch sein enges Bett und die Aeste senken sich leise. Wer Neumanns Gemälde kennt, wird bei den Arbeiten Jakob Glasners unwillkürlich an sie erinnert. Die Aehnlichkeit ist überraschend, sie besteht aber nur in dem Schulzusammenhang. Vergleicht man näher, so erkennt man zwei vollkommen wesensfremde Künstlernaturen: Neumann als melancholischen Träumer, Glasner als freudigen Genfessor clor Herrlichkeiten der Natur. Neumanns Kunst hat etwas Unbewusstos, Glasner dagegen geht mit gründlichen Vorstudien ans Werk, dessen Komposition er fein abwägt, um möglichst viel in gedrängter Fassung zum Ausdruck zu bringen. Die kleinen farbigen Holzschnitte zeigen den Künstler als trefflichen Graphiker. Er fertigt seine Drucke selbst und studiert genau die Farbenakkorde der Holzstöcke. Gerade in diesen Stücken, die in der einfarbigen Reproduktion nicht den rechten Eindruck erwecken können, scheint die Stärke Glasners zu liegen. Seine mit Arielen .sorgfältigen Studien gefüllten Mappen bieten ihm reichlich Material für weitere Werke. Auch eine Studienreise nach Italien hat ihm neue Anregung gegeben, so dass nun auch sonnige Sommerlandschaiten den kalten Winter des Nordens von seiner Hand begleiten werden.

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