Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1911)
- Article
- Piétà [Illustration]
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 853 - 854 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- illustration document
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2583875-2584006-2584016-2603505--12168-2603601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
853 851 L. PILICI10WSKI. Pietä PARIS. (aus der diesjährigen „O rossen Berliner Kuintiiusätt!lluiv.r") DIE NEUESTEN ARBEITEN LEOPOLD PILICHOWSKl'S Von Xahum Sokolow. Der i*i'ist ige, <lwig j u nge ^leiste1 r, dessen allgemeine Charakteristik in diesen Blüttern mehrfach und in sein* gelungener Fonn zu schildern versucht worden ist, schreitet vorwärts und überrascht immer wieder auf's neue durch die grosso malerische Begabung, die sich mutig an die höchstem Ivoinpositionsau [gaben heranwagt. Seine grosse Arbeitskraft zeitigte in den letzten Jahren neue Kunstwerte , deren bildliche Darstellungen, die wir zum Teil im gegenwärtigen Hello bringen, jeilem Kunstverständigen einen Begriff von der Vielseitigkeit seines Schaffens zu geben vermögen. Piliehowski ist eine aussergewöhnlieh lebenskräftige und elastische Künstlernatur, eine faszinierende geisf- und gemütvolle Persönlichkeit, die in den verschiedensten Milieus und auf den mannigfaltigsten Gebieten künstlerischer Tätigkeit heimisch ist. Wie der Mensch, so sind seine Werke. Das polnische Dorf (noch erinnert daran das frische L. Piliehowski. Nachdruck verboten. Bot der Weingen), die gesunde Rasse des jüdischen „Ischuvnik"', der halb Kolonist, halb Pächter war, dann die Eindrücke der kurzen Periode des Glieder" und des „Bot-ha-Midrasch", das intensive jüdische Volksleben im brodelnden Ghetto des polnischen Industriezentrums: Lodz, die Studienjahre in München, der mächtige Einfluss der Pariser Schule und des dortigen Lebens — all diese Elemente gelangten in dem abwechslungsvollen künstlerischen Schaffen Pilichowskis zum Ausdruck- Wir haben es hier nicht mit einer abgeschlossenen und abgeklärten Künstlerlaufbahn zu tun, die wie auf Gletschcrhöhcn ein massives Gebilde für alle Zeiten darstellt: ein Suchender und Schaffender tritt an uns im Gewühl des Lebens heran, mit seelischer Wärme, mit vielfältigen Leistungen und noch grösseren Möglichkeiten. Einst schien es den Franzosen, bei denen er schon als ganz junger Anfänger