Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1911)
- Article
- Bericht über den Brand in Konstantinopel
- Date
- 1911-08-01
- Page
- Seite 781 - 782 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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781 Mitteilungen der Alliauce Israelitc Universelle: Bericht über den Brand in Konstantinopel. 782 verbrannt sind, darunter unsere Knaben- und Mädchenschulen. Die Regierung, hat sofort vorläufige Massregeln getroffen, um eine gewisse Anzahl der Betroffenen unterzubringen, die alle ihre geringen Habseligkeiten verloren haben; die jüdische Gemeinde bemüht sich ebenfalls, das unermessliche Unglück der israelitischen Familien zu lindern, die gänzlich mittellos zurückgeblieben sind, aber die Summen, die wir hier an Ort und Stelle zusammenbringen können, werden nicht ausreichen, das Elend unserer so schwer betroffenen Glaubensgenossen wirksam zu bekämpfen. Deshalb rechnen wir bei diesem schmerzlichen Ereignis besonders auf die wohlbekannte Grossmut unserer Brüder im Abendland, deren Herzen mit uns für die Hundertc von Familien fühlen werden, die die furchtbare Kalastropc plötzlich in das grösste Elend gestürzt hat. Wir wenden uns mit der dringendsten Bitte an ihre milden Herzen, unseren vom Unglück verfolgten Glanbensgenossen Beistand zu leisten. Sie selbst strecken ihre flehenden Hände den 'wohlwollenden Brüdern entgegen und sind mit uns überzeugt, dass die in Israel jederzeit vorhandene Solidarität sich auch dieses Mal bewähren wird. Sie wird es uns ermöglichen, Brot für die Hungernden und Kleider für die Aermsten anzuschaffen, die ihre armseligen Lumpen verloren haben. Später hoffen wir, auch einen Teil der Wohnstätten wieder aufzubauen, die ein Raub der Flammen geworden sind. DAS ERGEBNIS Die am 4. Juni stattgefundene Wahl zur teilweisen Erneuerung des Central-Comites der Alliance Israelitc Universelle hatte nachstehendes Resultat. Gewählt wurden die Herren: a) In Paris wohnhaft: Sfimmenzahl Charles Berr............. 20908 Richard Bloch............ 14251 Albert Cahen............. 20918 E. Hannaux............. 14198 Lucien Lazard............ 20922 Isaie Levaillant............ 20918 Narcisse Leven............ 20916 Alfred Levi............. 20915 Israel Lew............. 20902 Camille Lyon............. 20913 I. Madrids........'...... 20914 S. Rein ach.............. 13190 Eugen Richtenberoer......... 20906 I. See................ 14191 b) Ausserhalb Paris: B. E. Asscher, Amsterdam...... 20870 Rabbiner Dr. Feilchenfeld, Posen.... 20649 Is. Fernandez, Konstantinopel..... 14185 Senator Leopold Fischer, Hannover . . 14153 Justizrat Max Fuchs, Berlin...... 17648 Kommerzienrat I. Gallinger, Nürnberg . 14397 Hermann Gumpertz, Hamburg..... 20819 DER WAHLEN. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Stil ni nenzahl Stadtrat Leopold Guttmanii, Reuthen . 20778 Ritter D. von Gutmann, Wien..... 20902 B. H. Hartogensis, Baltimore..... 20801 Geheimer Medizinalrat Professor Dr. L. Landau, Berlin.......... 17744 Rabbiner Isaac Levv, Bordeaux .... 14281 D. E. Lioni, Amsterdam....... 20/55 Hermann Lob-Stern, Mannheim .... 20/95 Kommerzienrat Emil L. Meyer, Hannover 14178 Heinrich Oschinsky, Breslau...... 20775 Rabbiner Dr. Rosenthal, Breslau .... 20709 A. Salomon, Bukarest......... 2088!) Hermann Wittner, Leipzig....... 19728 Es erhielten ferner die Herren: Behore Effendi Aschkenazi, Mitglied des Kaiser!, ottomanisch. Senats, Konstantinopcl........ 6763 Stimmen Armand Bernheim, Mülhausen i. Eis. 6710 „ Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen, Marburg....... 6742 Dr. R. J-Iirschberg, "Paris..... 6778 Dr. Alexander Klein, Paris .... 6763 ,, Kommandant Armand Lipmann, Versailles ............6612 Saul Merzbach, Paris....... 7337 ,. Rabbiner Dr. Nobel, Frankfurt a. M. 6734 Maitre Tchernoff, Paris....... 6728 RABBINER DB: HEINEMANN VOQELSTEIN - STETTIN. Auf einer Erholungsreise ist Rabbiner Dr. Vogelstein-Stettin am 4. August in St. Moritz einem Herzschlage plötzlich erlegen. In Dr. Vogelstein verliert nicht nur die Gemeinde Stettin, sondern die gesamte deutsche Judenheit eine ihrer markantesten Persönlichkeiten. Umfassendes Wissen, unermüdliche Arbeitsfreudigkeit, verbunden mit schöpferischer Kraft und begeisterndem Idealismus für alles Jüdische prädestinierten ihn zu einem Führer der Judenheit. Wer ihn noch vor wenigen Wochen gesprochen, wer Gelegenheit hatte, seine fast jugendliche Nachdruck verboten. Frische und Rüstigkeit zu beobachten, der hätte nicht gedacht, dass seinem tatenreichen Leben so schnell ein Ziel gesetzt würde. Vor einigen Monaten erst feierte er seinen siebzigsten Geburtstag. Die ihm aus diesem Anlass bewiesenen Ehrungen zeugten von der Liebe, Verehrung und Hochachtung, deren sich der Dahingegangene, in den weitesten Kreisen erfreute. Dr. Vogelstein ist am 13. Februar 1841 in Lage bei Detmold geboren. Er absolvierte das Gymnasium zu Detmold und bezog dann die