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Ost und West · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. Seite 331 - 332

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Holländische Künstler
Date
1911-04-01
Page
Seite 331 - 332 (sequence 3)
Language
German
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Ernst Altkirch: Holländische Künstler. 332 M. MOMCKENDAM. Monarosa. am treüesten bewahrt hat. Der grossartige Marktplatz mit seinen Hallen, dem Stadthaus und der Heiligblutkap eile wurde von ihm im Bilde festgehalten. Nach Amsterdam, dem es wahrlich auch nicht am Alten gebricht, kehrte er von allen seinen Reisen zurück, die ihn später auch nach England und Skandinavien führten. Monnickcndams Stärke liegt in seiner souveränen Sicherheit, mit der er das Leben dos Alltags gestaltet. Seine Gemälde erinnern an die Kunst Menzels, der für die Poesie des Alltäglichen eine Darstellungskraft besass, die noch nicht üb er troffen worden ist. Als Figurensehilderer hat Monnickondam die gleiche Schärfe des Blicks, und sein, schönes Talent verrät sich besonders in einer erstaunlich lebendigen Wiedergabe der Masse. Darin ist er ein wirklich bedeutender Künstler, und was er an Landschaften und Genrebildern gemalt hat, muss vor diesen Ausschnitten aus dem vielgestaltigen Leben zurücktreten. Seine Malweise hat auf diesen RÜdern etwas Zwingendes. Die Verteilung der Lichta und Schattenmassen ist mit einem beherzten Erfassen der Wirklichkeit gegeben, und die Menschen weiss er zu gruppieren und zu charakterisieren, dass es eine wahre Freude ist. Er ist ein Sittenschilderer mit all den prächtigen Gaben des echten Künstlers, der schildern, nichts als schildern will, und der seinen Gemälden dabei einen dramatischen Aufbau zu geben versteht, der alle seine Darstellungen gleich interessant macht. Seinem gesunden und kräftigen Kompositionsgefühl kommt der Reichtum seiner Palette zu statten. Monnickondam. ist der geborene Kolorist, er denkt und malt in Farben, und deshalb ist er viel mehr ein Augenais ein Hcrzensmensch. Eine solche Vertiefung, wie die Bilder Ed. Frankforts zeigen, weisen die seinigen nicht auf, man muss sie wohl alle etwas äusserlich nennen, aber ihre malerischen Qualitäten sind so einwandfrei, dass man sie auch nicht mit dem geringsten Vorwurf der Virtuosität bedenken möchte. Seine Gemälde die ..Billard-Akademie", die „Auktion", die ,,Theaterloge" u.a. sind . erstaunliche Leistungen. Eine grosse Anzahl Menschen lässt sich nicht besser darstellen, als wie es hier geschehen ist. Auf ihren Gesichtern spiegeln sich ihre Gedanken und Leidenschaften, und jeder Kopf, jede Bewegung ist lebenswahr. Andere Bilder, wie die „Volksküche" und „Bitterstunde" lassen die Vorzüge dieser Malerei noch besser erkennen; das Detail hat auf ihnen noch eint? liebevollere Behandlung erfahren. Als Schilderer des hastigen und aufgeregten Lebens unserer Zeit verdient Monnickondam den Besten zugezählt zu werden. Von Bildern, die uns seinen zarten Sinn für Schönheit und ferner seine Freude an Phantasiekostümen zeigen, seien „Der Brief", ein köstliches Stück in weichen, schönen Farben, und „Boas und Ruth'", sowie die Köpfe eines „Arabers" und einer „Salome" genannt. Sie sind mit modernem Formenempfinden gemalt, doch die Kunst der Maler des 17. Jahrhunderts, besonders diejenige Rcmbrandts, mit ihrer beseelten Kral't, von der in den Werken der Modernen selten etwas zu spüren ist, hat unweit Grösseres geschaffen. Aber auch in diesen Bildern, sowie in seinen Porträts, erweist sich Monnickcudam als ein Künstler von Fleisch und Blut, auf den Holland stolz sein kann. AMSTERDAM. VATER UND SOHN. Eine Skizze von Schalom Asch. (Aus dem Hebräischen.) Nachdruck verboti-n. Zum Glauben war Reb Jcchicl Meir gelangt so von ungefähr, ohne viel zu grübeln und nachzusinnen. Würde man ihn fragen: „Meister Jechiel Meir, was gibt dir den felsenfesten Glauben an die heilige Kraft und die Wundertaten deines Zaddik? Du bist ja all deine Lebzeit ein armer Teufel gewesen, viel geplagt, von keinem Leiden verschont; du hast ja noch nie im Leben eine angenehme, freudvolle Stunde verbracht" — so würde er einen nur mit tiefster Verwunderung und Vcrständnislosigkeit anschauen. Er weiss selber nicht, warum er glaubt, er hat auch nie versucht, sich über diesen Glauben Rechenschaft zu

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