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Ost und West · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. Seite 211 - 212

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Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Michael Adam
Date
1911-03-01
Page
Seite 211 - 212 (sequence 2)
Language
German
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211 Karl Schwarz: Michael Adam. 212 MICHAEL ADAM. BERLIN. Alte Bäuerin aus der Bretagne. weichen, obgleich sio bereits von der Kritik beifällig aufgenommen war. Vor die Landschaft trat Adam, wie er mir sagte, ohne jemals eine Anleitung zur Landschaftsmalerei empfangen zu haben, "vVielleicht wirken gerade deshalb diese Bilder so frisch und unmittelbar. Mit erstaunlicher Leichtigkeit, flott und munter hingemalt, gibt uns der Künstler schöne Beleuchturigseffekte und stimmungsvolle Ausschnitte der bewegten und stillen Natur. Eine Herbstlandschaft aus einem Park in der Mark eröffnet die Reihe; dann folgen Bilder aus Holland und aus der Bretagne; im letzten Sommer sind schliesslich kleine Studien in Mecklenburg entstanden, die recht farbenfreudig und duftig sind. Mit am besten gefallen mir aber die aus Frankreich stammenden Bretagncbilder. Die hier wiedergegebene Ansicht einer Kirche mit den schönen Baumgruppen im Vordergrunde und der feinen Silhouette des alten Bauwerkes mit dem zierlichen Turm wirkt so abgeschlossen und vornehm, dass wir hier wohl eine der besten Landschaftsgemälde Michael Adams vor uns haben. In der Bretagne ist auch der Kopf der alten Bäuerin entstanden, der eine vollkommen andere Malweise zeigt, als alle anderen Porträts des Künstlers. Die Farben sind ganz dünn in grossen Strichen aufgetragen, das Bild ist bedeutend farbiger als die früheren, jede Linie ist mit erstaunlicher Sicherheit hingeworfen. Seit dem Aufenthalt in der Bretagne ist eine Grosszügigkeit in seine Werke gekommen, die dadurch viel freier und lebhafter wirken, die Farbigkeit seiner Palette hat sich gesteigert, so dass die letzten Studien ein erfreuliches Wachsen und Gedeihen aufweisen. Auch einige kleine Radierungen hat der Künstler gemacht, wovon wir den Lesern ebenfalls eine Probe im Bilde vorführen. DIE GESTALTEN DES JUED1SCHEN VOLKSHUMORS. Von Dr. B. Rohatyn. ,,Das Mädchen, welches Ihr mir für meinen Sohn vorschlagt," sprach der gekränkte Vater zum Schadchan, „hat ja keine Nase. Wie könnt Ihr nur wagen, mir das zu bieten?" „Ach was! Wo stehts denn im Schulchan-Arnch geschrieben, dass eine Frau just eine Nase haben muss!" antwortete der Schadchan. Ein bejahrter Junggeselle war sehr wählerisch und schlug alle ihm vom Schadchan angetragenen Partien aus. Die eine Braut war ihm nicht schön genug, die Herkunft der andern war ihm zu wenig vornehm, die dritte war zu ungebildet und die vierte hatte eine viel zu geringe Mitgift. Einmal fand sich der Schadchan bei ihm ein und sagte: IL Nachdruck verbotei „Nun habe ich aber eine für Sie gefunden, an der wohl nichts auszusetzen ist. Freilich nicht mehr MICHAEL ADAM. Vcerc in der Bretagne. Nach einer Radierung. BERLIN.

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