Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. Seite 131 - 132

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
Hugo Kaufmann
Date
1911-02-01
Page
Seite 131 - 132 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584006-2584009-2602516--11422-2602585
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

131 Karl Schwarz: Hugo Kaufmann. 132' HUGO KAUFMANN. XATIONALGALERIE BERLIN. St. Georg. HUGO KAUFMANN. BERLIN. Studienkopf. Augenlider heben und mit einem Lächeln um sich schauen. Doch kehren vir zurück zur rein, formalen Betrachtung der Werke. Der weibliche Studienkopf ist die einzige Arbeit des Meisters, in der sich eine Aendernng seiner bisherigen Kunstrichtung zu der französischen eines Rodin geltend macht. In seinen übrigen Arbeiten ist es immer wieder die griechische Formenwolt, an die er sich hält. Aus der grossen Zahl der Plaketten und Medaillen, die Kaufmann im Laufe der Jahre für Gesellschaften (Prinz-Ludwig-Medaille der Geographischen Gesellschaft München, Landwirtschaftliche Gesellschaft usw.) oder aus besonderen Anlässen (Goethe-Plakette zum 150. Geburtstag, Plakette zum 100 jährigen Bestehen des Königreiches Bayern, Liebermann-Plaketto,Plakette für Süditalien usw.) geschaffen hat, führe ich hier nur einige vor, die das vorher von den Freiplastiken Gesagte nur in vollem Umfange auch für das Relief bestätigen. Hinzu kommt hier noch das Raumgefühl, das die Porträts und Gruppen in das Kund einordnet, wofür besonders auf die Plakette „Den Helfern in der Not", die letzte Arbeit des Künstlers, verwiesen sei. Die Symbolik ist leicht zu verstehen, sie erübrigt die Erklärung*. Wenngleich die Freifiguren in dem Werke Kaufmanns überwiegen, so hat er doch auch in Rcliefmanier einige grössere Aufträge ausgeführt. Vor kurzem erst wurde in Berlin der Neubau des Brüdervereins eingeweiht, dessen plastischer Fassadenschmuck — wie der noch einiger Gebäude Berlins — von ihm stammt. Seit einigen Jahren lebt Professor Kaufmann in Berlin, wo er sich in Westend eine Villa mit anschliessendem grossen Atelier erbaut hat. Mit Aufträgen aller Art, u. a. auch mit mehreren Grabmonumenten, ist der beliebte Künstler stark beschäftigt. Die kleine Auswahl seiner Werke, die wir hier den Lesern bieten, möge auch die, denen bisher Hugo Kaufmann nicht bekannt war, auf seine Kunst aufmerksam machen. RAFAEL GUTMANN. (Schiuss.) Erzählung von Viclci Baum. Rafael Gutmann lief über den Tempclhof, in dem schon welliger, weisser Schnee lag; er lief in einer seltsamen taumelnden, bewusstlosen Weise an Herrn Boskowetz vorbei und die steile Tempelgasse hinunter. Seine Hände schlenkerten willenlos hin und her, sein Kopf verkroch sich tief gesenkt in den Nachdruck vc rb o t e n _ Kragen des Rockes, seine Augen waren weit geöffnet und voll Schrecken; und dabei lächelte er, ein entsetztes, hilfloses, armes Lächeln. Rafael Gutmann war aus dem Tempel entlassen. Seine Gedanken flössen dampf und wirbelnd durcheinander und fanden keinen Weg; nur eines tauchte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.