Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 11 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die neunte (außerordentliche) Tagung der deutschen Conferenz-Gemeinschaft der A. I. U.
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 53 - 54 (sequence 1)
- Language
- German
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53 54 .....""/W/8 Vv MITTEILUNGEN ™ a» dem Deutschen Bureau der M Alliance Jsraelile Universelle ma nr oOTbmBr BERlim.M 2^+ ^§||y 0ranienDurgersrr4?*S DIE NEUNTE (AUSSERORDENTLICHE) TAGUNO DER DEUTSCHEN CONFERENZ-OEMEINSCHAFT DER A. I. U. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Die Deutsche Conferenz-Gemeiuschaft der Alliance Israelite Universelle hat ihre neunte ausserordentliche Tagung am 20. d. Mts. abgehalten. Erschienen waren ausser den Mitgliedern der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft Vertreter Deutscher Lokal-Comites, sowie fast vollzählig das Lokal-Comite Berlin der Alliance Israelite Universelle. Vom Pariser Central-Comite waren Herr Rabbiner Professor Israel Levi und der Generalsekretär Herr Bigart anwesend. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Justizrat Max Fuchs, der, nachdem Herr Geheimrat Timendorfer sein Amt als Vorsitzender der D. C. G. niedergelegt hatte, ihre derzeitige Leitung übernommen hat, referierte über die zwischen dem Central-Comite in Paris und der Deutschen Conferenz- Gemeinschaft bestehenden Differenzen. Er wies darauf hin, dass das Pariser Central-Comile mit dem Beschlüsse, die Verhältnisse in Deutschland wieder auf den Stand vor 1904 zurückzuführen, die D. C G. in ihrer gegenwärtigen statutenmässigen Organisation zu zerstören beabsichtige. Hierzu habe das Central-Comite, welches die D. C. G. nicht geschaffen habe, kein Eecht. Es habe aber auch keine Veranlassung dazu, da die D. C. G. stets eine eifrige und energische Vertreterin des Alliance-Gedankens gewesen sei und niemals die Neigung gehabt habe, sich von der Alliance zu trennen, wie man dies in Paris offenbar voraussetze. Der Vertreter des Pariser C. C, Herr Rabbiner Professor Israel Levi, machte auch in seiner Rede gar kein Hehl daraus, dass wirklich diese Auffassung bei dem C. C. in Paris bestände und dass, um den universellen Charakter der Alliance zu erhalten, das Pariser C. C. es vorziehen würde, lieber die D. C. G. oder jede Vereinigung der Deutschen Mitglieder der Alliance verschwinden zu lassen, ehe es durch solche Sonderorganisationen den universellen Charakter der A. I. U. gefährden lasse. Dieser Auffassung ist von den zahlreichen in der Versammlung auftretenden Rednern entgegengetreten worden. Es ist von ihnen allen die Versicherung gegeben worden, dass der Gedanke einer Trennung von der erhabenen und segensreichen Organisation der A. I. U. jedem Mitgliede der D. C. G. fern gelegen habe, aber gerade weil man überzeugt sei, dass die D. C. G. in den 10 Jahren ihres Bestehens den Zielen und Absichten der A. I. U. unter besonderer Hervorhebung ihres universellen Charakters aufs beste gedient habe, wolle man sie fortbestehen lassen. Die Versammlung nahm schliesslich mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution an: I. Dio ausserordentliche Tagung der D. C. G., die während ihres zehnjährigen Bestehens das Ansehen der Alliance in Deutschland in hervorragendstem Masse befestigt, die Mitglied erzähl der A. I. U. in Deutschland verdreifacht, ferner im Geiste ihrer Begründer und ihrer Satzungen der A. I. U. neue Aufgabengebiete erschlossen und diese Aufgaben erfüllt hat, gibt ihrem lebhaften Bedauern und Erstaunen über den die Aufhebung der D. C. G. bezweckenden Beschluss des Central-Comites vom 30. November 1910 Ausdruck. Dieser Beschluss beruht auf einer vollständigen Verkennung der berechtigten und massvollen Wünsche der deutschen Mitglieder der A. I. U. Er widerspricht ferner dem Artikel 18 der Statuten der A. I. U. und ist überdies als von einem nicht legal zusammengesetzten Central-Comite gefasst rechtlich nicht verbindlich. Vor allem aber erscheint er geeignet, das grosso Werk der A. I. U. und insbesondere deren universellen Charakter zu schädigen, dessen Aufrechter! mltung das eifrigste Bemühen der D.C. G. stets gewesen ist.