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Ost und West · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. Seite 13 - 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
11 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Der Künstler in seinem Atelier [Illustration]
Date
1911-01-01
Page
Seite 13 - 14 (sequence 1)
Language
German
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13 Der Künstler in seinem Atelier. HOLLAENDISCHE KUENSTLER.') I. Ed. Frankfort. Von Ernst Altk 3 h. Nach der Blütezeit der niederländischen Malerei im 17. Jahrhundert schien die Kunst des Malens in Holland ausgestorben zu sein. Wenn man sich die Mühe nimmt, nach Künstlern, die nach dieser Zeit bis etwa zum J ahre 1850 hervortraten, zu forschen, so wird man nur auf eine Anzahl fleissiger und gewissenhafter Leute stossen, die von den alten Traditionen zehrten und gleichgültige Dekorations- und Historienbilder schufen. Der einzige Maler, der ein eigenes und höchst beachtenswertes Talent verrät, und dessen Werken man in holländischen Sammlungen gern begegnet, ist Johannes Bosboom. Seine Kirchen-Interieurs (nicht wenige stellen das Innere von Synagogen dar) sind von grosser Schönheit. Man merkt ihnen an, dass es ihrem Schöpfer darum zu tun war, mit der alten Schablone zu brechen. 1) Bei meinen Studien hat mir der .junge Kunsthändler Bernard de Vries in Amsterdam wertvoll« Dienste geleistet Sein reifes Verständnis und seine guten Beziehungen lassen ihn geeignet erscheinen, denen, die den Wunsch haben. Werke holländischer Künstler zu erwerben, mit seinem Rate zur Seite zu stehen. Nachdruck verboten. Mit ihm begannen sich auch andere holländische Maler wieder zu regen, aber bei ihrer Schwerfälligkeit bedurfte es eines Anstosses, der ihnen die Augen öffnete. Unter dem Einflüsse der modernen französischen Malerei, die auf die Kunst aller Länder eingewirkt hat, erstanden auch in Holland Künstler von feiner und persönlicher Eigenart. Corot, Daubigny, Diaz und Rousseau haben zu dieser Wandlung hauptsächlich beigetragen. Ihr Einfluss zeigt sich nicht nur in der modernen holländischen Kunst, er ist so stark, dass er auch drei bedeutenden Bildersammlungen, dem Museum Mesdag im Haag und den modernen Galerien des Stadtmuseums und Reichsmuscums in Amsterdam, das Gepräge gegeben hat. In ihnen gibt es ganz ausgezeichnete französische Bilder, namentlich aus der Schule von Barbison, aber die. Maler anderer Länder sind sehr stiefmütterlich behandelt. Wenn ich nicht irre, ist in diesen Galerien nicht einmal Max Liebermann, der langjährige Freund des alten Israels, mit einem seiner Gemälde, die in Amsterdam oder Scheveningen entstanden sind, vertreten.

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