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Ost und West · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. Seite 1143 - 1144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
Siegmund Adler - Königshütte
Date
1912-12-01
Page
Seite 1143 - 1144 (sequence 2)
Language
German
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1143 Siegmund Adler-Königshütte. 1144 Dicht müde, im Verein mit anderen, die er zu gewinnen verstand, trotz grosser Beschwerden Sammlungen zu veranstalten und an das Herz der Gesamtheit zu appellieren. Erst in dem allerletzten Jahre, wo seine Kräfte versagten, musste er sieh von seinem Lieblingswerk zurückziehen, um es einer jüngeren Kraft zu überlassen. Am Freitag, den 8. November, wurde seine sterbliche Hülle zu Grabe getragen. Sein Andenken wird zum Segen sein. DIE ISRAELITEf Pilgerfahrt. Auf dem Wege nach Kefil, ungefähr eine Stunde vor diesem Dorf, bemerkt man auf dem dunkelblauen Hintergrund des Himmels einen hohen, massiven Turm, den unser Führer uns als das Grabmal des Ezechiel bezeichnet. Das trifft nicht ganz genau zu, denn das Grabmal selbst befindet sich in einem dicht dabei belegenen Khan. Es wird von Israeliten und Mohamedanern gleichmässig verehrt und bildet für die ganze Gegend das Ziel von Pilgerfahrten. Das Grabmal ist sehr einfach: ein ungeheurer Holzkasten, dessen grüner Tuchbehang an den Ecken durch die allzu glühende Anbetung der Frommen schon abgenutzt ist. Die Pilgerschaft umzieht die Grabstätte einige Male und erfleht dabei die Fürbitte eds Propheten bei Gott dem Herrn. Danach liest man einige Kapitel aus dem Buch Ezechiel, u. a. das Kapitel der Merkaba, die Prophezeiung aus dem Tale Josaphat. Zum Schluss erbittet man etwas und tut dabei ein Gelübde, das nach der Ueberzeugung der guten Leute niemals ganz vergeblich getan wird. Manche Gebete werden sogar wunderbarerweise sofort erhört. Diese Wünsche und Gebete sind mannigfacher Art. Ezechiel — Adonenu — wie man ihn hier nennt — heilt Kranke, Krüppel und Blinde, schenkt unfruchtbaren Frauen Kinder, lässt schwierige Unternehmungen gelingen und verlorene Gegenstände wiederfinden. Verschiedene charakteristische Wunder werden von den Grabwächtern erzählt, zwei der originellsten seien hier wiedergegeben: Vor vielen Jahren war Kefil eine grosse, von einem mächtigen arabischen Scheikh regierte Stadt. Eines Tages revoltierte eine Anzahl von Stämmen der nächsten Umgebung und vereinigte sich zur Belagerung der Stadt. Das WTasser begann bereits zu fehlen und, den Tod im Herzen, dachte der Scheikh schon an Uebergabe. Am Vorabend des dafür ausersehenen Tages kniete die Mutter des Scheikhs vor dem Grabe des Propheten und erflehte in stundenlangem Gebet seine Hilfe. Mitten in der Nacht erblickte sia eine blendende Lichterscheinung und hörte IN MAROKKO. eine Stimme, die zu ihr sprach: „Ist jetzt Zeit zum Schlafen? Warum eilst du nicht und füllst alle Behälter in der Stadt?" Sie erhob sich, lief zu ihren Heubs — tönernen Gefässen — und fand sie mit köstlichem, unerschöpflichem Wasser gefüllt. Ein zweites WTunder ist ebenfalls den Arabern begegnet. Ein Scheikh hatte sich geweigert, an die Herrlichkeit und die Wunderkraft aller Imams (kleine Heilige des Islam) zu glauben und hatte ihre Gräber zerstört. Er kam in die Nähe von Kefil, machte einige Knoten in sein Taschentuch, warf das Tuch in die Luft und sprach: ,,WTenn du ein wahrer Prophet bist, o Ezechiel, so mache, dass das Tuch ganz aufgeknüpft wieder herunterfalle!" Das Wunder geschah, der Scheikh war besiegt und erkannte, dass Ezechiel ein wahrer Prophet war. Es sind hauptsächlich die Mohamedaner, die diese Wunder erzählen und an sie glauben. Sie verehren den Propheten so hoch, dass sie niemals einen Menschen mit seinem Namen benennen wollen. Die „Heskel" heissenden Familien nennen sie „Abdel-Nabi", ,,Diener des Propheten". Merkwürdigerweise werden dieselben Anekdoten mit geringen Abweichungen in Bassorah erzählt, wo die Wunder dem dortigen Heiligen, dem Schriftgelehrten Esra zugeschrieben werden, den die Araber Nabi Oseir nennen. Gegen Pfingsten ziehen aus allen Richtungen der Provinz Irak die Pilger herbei, um diese Jahreszeit allein über dreitausend Personen. Wenn die Verkehrsmittel bequemer und die Strassen sicherer wären, würde ihre Zahl noch weit grösser sein. Kefil sieht in jenen Tagen ungemein belebt aus. Die nach ihren Heimatsorten gruppierten Pilger drängen sich entweder in den engen Stübchen des Khan zusammen oder lagern im Freien und verbringen die Nächte mit Trinken und Singen. Aus Bagdad kommen Musikanten und Tänzer und erzielen ziemlich gute Einnahmen. Man kommt hauptsächlich nach Kefil, um sich zu amüsieren. Am ersten Pfingstfeiertag — „Aid Ez Zinra, Pilgerfest" heisst er bei den Arabern — zieht man in grossen Massen vor das Grabmal des ©eJkiaSMhsim 9& 3Vz 4< 5 ' 3% 4 5 &fg. ^. S£Oc& 772Z& 0€crfaJttoujrxdxS&Zc&s flJ [Q {^mSn^tOck Qgxxre£fezu U&f SOr 6 8 10 _ 6 6 70 &fy. dL c&CuucZl, CX2mjcmin4fu^ittf&^ . Jhi.x:u&qzj.ccZitäfen^ CKeinjR Ö^tat&LQjg, nun* GxjucüX&o&. Oh. O^me&dlicLntofiJ v^.20SJjCk..9nhf. öri&T&L. £abak,~xc. Ögxz7«Öte-^aÄ^.'^feS' Cfch^JCugo- TXeüz,, ttofitef&yzTJufr S. D7Z. d y Qjeniäxe&VGsdjen, . s£*Mß& a„ ZGfazgv k &jg£h£e*2, tfajfö£hn£u&^^ Sefageugn£6:<htfö72j v. 50 9nhal£ vz aiJ^TCummxm ertidHlfcfoj /

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