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Ost und West · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. Seite 1045 - 1046

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
Die Gründung von Bezirks-Comités der A. I. U. in Deutschland
Date
1912-11-01
Page
Seite 1045 - 1046 (sequence 2)
Language
German
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.045 Die Gründungvon Bezirks-Comites der A. I. U. in Deutschland. 1046 1. dem süd- und südwestdeutschen Bezirks-Comite (Grosshzgt. Hessen, Prov. Hessen-Nassau, Rheinland und einen Teil Süddeutschland) Vorort Frankfurt a. M. 2. dem nordwestdeutschen Beziiks-Comite: (Hansastädte, Mecklenburg, Provinzen Westfalen, Sachsen etc.) Vorort Hamburg 3. dem ost- und westpreussischen Bezirks-Comite (inkl. Posen und Schlesien) Vorort Königsberg und Breslau 4. und dem bereits seit langen Jahren bestehenden Badischen Landescomite: Vorort Mannheim 5. Pfälzisches Comite: Vorort Ludwigshafen, sowie 6. den übrigen noch zu bildenden Bezirks-Comites. b) die deutschen Bezirks-Comites haben sich unter der Form einer freien Organisation zu konstituieren, die als Vertretung der deutschen Ailiance-Mitglieder zu betrachten ist und den Zweck hat: aa) eine einheitliche Propaganda in Deutschland zur Werbung neuer Mitglieder in die Wege zu leiten, die bestehenden Lokal- Comites straffer zu organisieren und für Schaffung einer grösseren Anzahl Lokal- Comites in jedem Bezirk Sorge zu tragen: bb) alljährlich die Vertreter aller deutschen Bezirks-Comites ein oder mehrere Male in Gemeinschaft mit den 21 deutschen Mitgliedern des C. C. zu einer Sitzung zu berufen, um über die allgemeinen Interessen der Alliance zu beraten und etwaige Wünsche und Vorschläge sowohl direkt schriftlich dem Central-Comite, als den 21 deutschen Mitgliedern zur persönlichen Vertretung in Paris zu unterbreiten und für die Wahlen zum C. C. geeignete Mitglieder aus Deutschland zu präsentieren. Es muss mit wirklicher Freude begrüsst werden, dass endlich sich besonnene Männer in Berlin zusammengefunden haben, um namentlich den erwähnten Ausweg zu finden, der als eine glückliche Lösung zu betrachten ist und den Zweck erfüllt. Damit ist jene, zuerst von Frankfurt a. M. ausgegangene Idee der Teil-Organisationen wieder akut geworden, die bereits am 11. Februar d. J. in Frankfurt a. M., unter Zustimmung der Lokal Comites von Frankfurt a. M., Cassel, Cöln, Mannheim, München, Nürnberg, Fürth, Stuttgart, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach etc. durch die Frankfurter Herren Phih Schiff, Justizrat Dr. Blau, Direktor Dr. Adler, Rechtsanwalt Dr. Baerwald und Theod. H. Schlesinger beschlossen waren, denen sich aus Hamburg und Hannover unter Führung der Hamburger Herren Max M. Warburg, Rechtsanwalt Dr. Max Cohen, Rechtsanwalt Jul. Lippmann, R.-A. Dr. Hinrichsen und Geh. Justizrat Heymann-Altona, Kommerzienrat Emil L. Meyer-Hannover, Landtagsabgeordneter Dr. Cohn- Dessau, Amtsrichter Dr. Katzenstein-Geestemünde usw. durch Erlass eines Rundschreibens angeschlossen hatten. Auch in Königsberg und Breslau ist die Bildung der Bezirks-Comitees für Ost- und Westpreussen, Prov. Posen und Schlesien bereits gesichert. In Berlin haben die Herren Justizrat Horwitz und Siegfried Brünn die Durchführung des Bezirks-Comites in die Hand genommen: die bewährte Tüchtigkeit und vornehme friedliche Gesinnung dieser beiden wackeren Männer bürgt dafür, dass die Angelegenheit zu gutem Ende geführt wird. DIE ISRAELITEN IN MAROKKO. Seit einigen Monaten wird fortgesetzt an dem Wiederherstellungswerke und an der Aufrichtung der geschädigten Israeliten von Fez gearbeitet. Die hilflosen und arbeitsunfähigen Familien erhalten täglich die erforderlichen Unterstützungen, die Handwerker und Handelsleute haben dank der ihnen von der Hilfskommission zur Verfügung gestellten Darlehen ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen können. Ein bedeutendes Werk aber harrt noch seiner Erfüllung: es handelt sich dabei um den Wiederaufbau des Mellah und um die Erlangung von Geldentschädigungen für die Opfer der schmerzlichen Ereignisse im Monat April, Die marokkanische Regierung hat sich bereit erklärt, der jüdischen Gemeinde ein grosses, an den Mellah grenzendes Gelände als Schenkung zu überlassen, und es wird infolgedessen möglich sein, das Juden viertel beträchtlich zu erweitern und seine hygienischen Bedingungen zu bessern. Die zu diesem Zweck begonnenen Unterhandlungen wären bereits zu Ende geführt, wenn die Abdankung des Sultans Mulay Hafid ihren Abschluss nicht verhindert hätte. Indessen hat das Komitee die Zusicherung erhalten, dass diese Angelegenheit in allernächster Zukunft geregelt werden wird. Mit den Geldentschädigungen an die Israeliten von Fez ist es ebenso gegangen; die einzelnen Reklamationen sind von der Hilfskommission eingeleitet worden und werden der wohlwollenden Prüfung der Regierung unterbreitet werden. W7ie aus dem hier beigefügten Brief unsers Schuldirektors Herrn Elmaleh aus Fez zu ersehen ist, ist durch die Gründung einer jüdischen Verwaltungsbehörde ein ganz bedeutender Fortschritt erzielt worden. Diese Behörde hat festumrissene Befugnisse und erhält ein beträchtliches Budget zu ihrer Durchführung. F e z , den 24. August 1912. Wie ich Ihnen schon vor einiger Zeit mitzuteilen die Ehre hatte, habe ich die Frage der Bildung einer Verwaltungskommission im Mellah aufs gründlichste geprüft. Diese Frage hatte mich schon vor dem

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