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Ost und West · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. Seite 971 - 972

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Noch einmal: Aron Horwitz
Date
1912-10-01
Page
Seite 971 - 972 (sequence 7)
Language
German
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971 Bernhard Traubenberg: Noch einmal: Aron Horwitz. 972 Ahnungslosigkeit, der man nicht böse sein darf, oder eine versteckte Malice. Sollte die zweite Annahme zutreffen, dann müsste man die Respektlosigkeit, die sich darin ausspricht, mit aller Schärfe zurückweisen, nicht etwa, weil sie sich gegen einen früheren Vorgesetzten des Herrn Einsenders richten würde, sondern weil sie der Lebensarbeit eines Mannes zu nahe tritt, der eine ganz andere Bewertung verdient, als es durch eine Aufzählung solcher Aeusserlichkeiten geschieht. Der nachmalige Leiter hätte sehr wohl verlangen dürfen, dass man seine Tätigkeit nach sachlichen und inneren Momenten, die für sich selber sprechen, kennzeichnete und nicht geheimrätlichen Beifall zum einzig möglichen Massstab erhob. Es wird nur von der Erweiterung der Klassenzahl und den neu erworbenen Berechtigungen gesprochen, während ich sogar überzeugt bin, dass der ganze Horizont und das Bildlingsziel über die ursprüngliche Grenze hinausgerückt wurden. Die ungeheure Energie, die unablässige Zähigkeit, die der nachmalige Leiter mit reichem Erfolge zur Hebung des Seminars aufbot, sollte wahrlich eine ganz andere, auf die Wirksamkeit selbst gegründete Würdigung finden. Trotzdem zwingt nichts, das Epitheton „klassisch" einfach auf andere Verhältnisse zu übertragen, schon darum nicht, weil nicht alles über einen* Leisten geschlagen werden darf und die Sprache Ausdrucksmittel genug besitzt, um den ganz anders gearteten Verdiensten durch andere und individuellere Farbenmischung gerecht zu werden. Uebrigens ist der Herr Einsender nicht ganz unbefangen. Er ist einer der nächstbeteiligten Mitarbeiter am späteren Regime, trotzdem kann siclvs sein Zartsinn nicht versagen, sich selbst mit der Gloriole des Klassizismus zu schmücken, ein eigenartiger Geschmack, gegen den nur aus dem Grunde nichts gesagt werden soll, weil sich gegen den Geschmack schlechterdings nicht streiten lässt. Wenn auch die Methode der Selbstveranlagimg in steuerlichen Dingen manche Vorzüge haben mag, so ist sie auf geistigem Gebiete immerhin ungewöhnlich. Bescheidene Leute überlassen die Einschätzung ihrer diesbezüglichen Werte anderen Beurteilern, die doch eher eine gewisse Distanz zwischen der Person und der Sache, zwischen dem Meister und seinem Werk zu wahren wissen. LITERARISCHE (Fortsetzung von Eigentlich kommt der Dr. Herzfeld in Georg Hermanns „Die Nacht des Dr. Herzfeld"3) aus einer benach- Georg Hermann. Die Macht des Dp. Herzfeld. Roman. Egon Fleischel & Co. Berlin 1912. RUNDSCHAU. Seite 945/946). harten Ecke unseres Typenkabinetts, Nur dass er mit jüdischer Zähigkeit und mit einer Art anerzogener hellenischer Schönheitsfreudigkeit am Leben hängt, und daher gezwungen ist, sich sein ganzes Leben durchzuekeln. DIE SACHGEMAESSE HEIZUNG DER WOHNRAEUME. Die Heizung der Wohnräume bietet vor allem in den Uebergangszeiten, also im Frühling und Herbst, ihre besonderen Schwierigkeiten. Man kommt mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass mit festem Brennmaterial kaum zufriedenstellend zu arbeiten ist. Auch die flüssigen Brennstoffe scheiden ihrer Feuergefährlichkeit und die elektrische Heizung ihrer hohen Kosten wegen aus. Die Gasheizung aber entspricht hinsichtlich Hygiene, Zweckmässigkeit und Bequemlichkeit allen Anforderungen, die an eine gute Heizanlage zu stellen sind, und hat noch den besonderen Vorzug, dass sich Qasheizöfen leicht und ohne erhebliche Kosten in jeder Wohnung aufstellen lassen. Das Gas verbrennt im Gaskamin absolut rauch- und russfrei, und seine Verbrennungsprodukte entweichen durch den Schornstein, an den jeder Gasheizofen unbedingt angeschlossen sein sollte. Dadurch wird aber gleichzeitig auch die Ventilation des Raumes in wünschenswerter Weise unterstützt Schmutz, Staub und Asche sind bei dieser idealen Heizungsart gänzlich unbekannte Dinge; es ist weder für die Herbeischaffung des Brennmaterials noch für die Entfernung der Asche Sorge zu tragen. Die Handhabung und Bedienung der Gasheizöfen ist die denkbar einfachste. Ein Handgriff genügt, um den Ofen in Betrieb zu setzen. Im gleichen Augenblick beginnt auch schon seine Heizwirkung. — Bei der Gasheizung fällt also jegliche Anheizzeit gänzlich fort, denn mit dem Entzünden des Gasstromes beginnt sofort die wärmende Wirkung des Ofens, da dieser nicht erst selbst erwärmt zu werden braucht Soll die Heizung abgestellt werden, so genügt wiederum ein einziger Handgriff, dieses zu bewirken. Im selben Augenblick hört auch jeder Oasverbrauch auf, und — da die Gasheizöfen keine Teile besitzen, die zur Aufspeicherung einer grösseren Wärmemenge fähig wären — ist auch jede weitere Wärmeabgabe ausgeschlossen. Es findet also nicht der geringste unnötige Verbrauch an Gas statt, woraus schon erhellt, dass die oft geäusserte Ansicht, die Gasheizung sei zu teuer, nur auf Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse oder in der unachtsamen Benutzung eines Oaskamins beruhen kann. Die Konstruktion der modernen Gasheizöfen ist nämlich eine derart vollkommene, dass sie 85-95% der ihnen im Oase zugeführten Wärmemenge nutzbar verwenden, während z. B. Kohlenöfen das Brennmaterial etwa nur zu 20—30 % ausnutzen. Immerhin kann man als Grundsatz gelten lassen, dass die Gasheizung weniger für den Dauerbetrieb, als vor allem für die Fälle zu empfehlen ist, wo ohne Vorbereitungen und ohne Schmutz schnell und bequem die Heizung bewirkt werden soll. Der Einführung der Gasheizöfen besonders förderlich dürfte der Umstand sein, dass die Gasgesellschaft derartige Oefen auch leihweise gegen Erstattung einer geringen Miete an ihre Konsumenten abgibt. In den bekannten Verkaufsräumen der Gasgesellschaft, wo derartige Oefen in grosser Zahl ausgestellt und jederzeit unverbindlich zu besichtigen sind, wird auch bereitwilligst und kostenlos jede gewünschte Auskunft über ihre Aufstellung und der damit verbundenen meist unbeträchtlichen Kosten erteilt Auch verlange man von der Vertriebsabteilung O der Gasgesellschaft, Gitschiner Strasse 19, die kostenlos erhältliche Broschüre „Der Gasheizofen". . \ . ... . Mtt

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