Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- Genealogie
- Date
- 1912-10-01
- Page
- Seite 923 - 924 (sequence 2)
- Language
- German
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923 Felix Halle: Ueber die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien. 924 VIII. Teil; Genealogie jüdischer Familien Italiens. IX. Teil. Genealogie jüdischer Familien Spaniens, Portugals und des vormals spanisch-portugiesischen Süd-Ainerikas. X. Teil. Genealogie jüdischer Familien der Niederlande. XI. Teil. Genealogie jüdischer Familien der Schweiz. XII. Teil. Genealogie der jüdischen Familien Dänemarks und Skandinaviens. XIII. Teil. Genealogie jüdischer Familien der Balkanstaaten: XIV. Teil. Genealogie jüdischer Familien der Türkei und des ferneren Orients. * * * Inhalt. Das Werk wird enthalten: I. Kurze geschichtliche Notizen über die aufgenommenen Familien. Die geschichtliche Notiz enthält Angaben über: 1. Das erste Auftauchen der Familie. 2. Die Aufenthaltsorte der Familie, insbesondere über Wanderungen im 19. Jahrhundert. 3. Den sozialen Aufstieg der Familie, insbesondere über Leistungen auf gewerblichem, wissenschaftlichem oder künstlerischem Gebiet. 4. Familienstiftungen. 5. Die Leistungen einzelner hervorragender Mitglieder in Ergänzung zu 3. II. Den gegenwärtigen Familienstand mit Angaben über Konfession, Wohnort, Beruf, Aemter sowie Logen¬ oder Ordenszugehörigkeit der aufgenommenen Persönlichkeiten. * * Zweck. A. Allgemeiner Nutzen: 1; Das Werk will Material über die kulturelle Leistung der Juden und ihrer Abkömmlinge schaffen. 2. Den durch das Blut gegebenen gemeinsamen Ursprung der Geschlechter auch bei konfessioneller Verschiedenheit sichtbar erhalten. 3. Den Verwaltungen der Stiftungen die Auffindung von berechtigten Stipendiaten erleichtern. B. Spezieller Nutzen für die aufgenommenen Familien: 1. Erleichterter Beweis von Erbansprüchen. 2. Erleichterter Nachweis der Verwandtschaft bei Familienstiftungen. 3. Erleichterte gegenseitige Information bei Heiraten. 4. Engerer Zusammenschluss der Grossfamilie. a) Uebersicht über die entfernteren Verwandten bei Errichtung von Testamenten. b) Auffinden von Blutsfreunden in der Ferne. 5. Moralisch pädagog'sche Einwirkung auf die Nachkommen. Verstärktes Zugehörigkeits- und Verantwortlichkeitsgefühl: die Kenntnis der Vorarbeit der Väter spornt zur Nacheiferung an. DIE PROPHETEN. Von Biniamin Segel. Sie sprechen: „Kommt, lasst uns sie austilgen aus der Reihe der Völker!" Die Welt wird wieder jung und schön. Die Propheten fangen wieder an, unter uns umzugehen, wie ehemals im Frühlingsalter der Menschheit. Und dass die Propheten zunächst ihre Kunst an uns Juden versuchen, darf uns nicht wunder nehmen. Mag man den Juden weissagen was man will, wenn es nur etwas recht Unangenehmes ist, man darf mit einiger Zuversicht hoffen, nicht sobald ganz Lügen gestraft zu werden. Es ist ein leichtes und bequemes Handwerk, und ein lohnendes dazu, das seinen Mann nährt, recht gut sogar. Da liegt vor mir das Buch „Juden taufen" von Werner Sombart in der zehnten Auflage, wenige Monate nach seinem Erscheinen. Wieviele jüdische Bücher in deutscher Sprache haben in den letzten Jahrzehnten auch nur eine zweite oder dritte Auflage erlebt?!.. Das Buch segelt unter der Flagge von Werner Sombart, welcher mit seinem ,,dicken Judenbuch" (wie er es liebevoll nennt), wohl die grösste buchhändlersche Sensation der letzten 2—3 Jahre erreicht hat. Und im Grunde ist das vorliegende Büchlein nichts als eine geschickt inszenierte Reklame für das „dicke Judenduch". Seit etwa einem Jahrzehnt ist es bereits das fünfte Mal, dass diverse dicke und dünne Judenbücher riesiges Aufsehen machen, das in gar keinem Verhältnis zu ihrem inneren Wert steht; einzig dank ihrer Stellungnahme zum Judentum eine vorübergehende grosse Verbreitung finden, während sie sonst sogleich nach der Geburt dem wohlverdienten Schicksal anheimfallen würden, dem sie ohnehin einige Jahre darauf unweigerlich nicht entgehen. Am Anfang war der Chamberlain (der Reinbrandtdeutsche gehörte längst schon zu den Fossilien), dessen Grundlagen nun schon ganz vermodert sind. Bald darauf versetzte Delitzsch mit seinem „Bibel-Babel" alle seichten, unwissenden Köpfe in einen förmlichen Rausch. Zu allen starken Geistern, vom Käsehändler bis zum Couponschneider war die von Delitzsch verkündete Wahrheit gedrungen, dass „die Assyriologie die Totengräberin der Bibel sei," und obwohl sie nichts von Assyriologie verstanden, waren sie überzeugt, dass für die Bibel und die aus ihr geborene Religion das letzte Stündlein geschlagen habe, und von nun ab wieder einmal, wie schon so oft, ein „neues Zeitalter'4 beginne. Das neue Zeitalter dauerte knapp einige Monate. Heute haben die Fachmänner nur ein nachsichtiges Lächeln für die Theorien von Delitzsch, und von den reiigionsgeschichtlichen Verirrungen des verdienten Philologen spricht man