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Ost und West · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. Seite 833 - 834

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
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Date
1912-09-01
Page
Seite 833 - 834 (sequence 2)
Language
German
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833 Felix Halle: Ueber die Notwendigkeit einer Genealogie jüdischer Familien. 834 LEO BAKST. Sultane. ST. PETERSBURG. ei&e gewisse Ahnung davon. Da ist es wahrlich viel wichtiger, durch eine gute Genealogie unsere christlichen Mitbürger auf unsere geistige Mitarbeiterschaft und selbständige Arbeit, auf die sie so leicht vergessen oder die sie nicht genügend kennen, hinzuweisen. Natürlich werden wir uns dann aber diese Aufgabe nicht zu leicht machen, wir werden nicht übersehen dürfen, dass wir mit der blossen Aufzählung tausender und abertausender Durchschnitts-Intelligenzen, wie die Dinge heute stehen, nur das Gregenteil von dem erreichen können, was wir wollen. Denn gerade dieser Ueberlluss, dem ein vollkommener Mangel genialischer und schöpferischer Geister korrespondieren soll, wirft man uns ja vor. Es gilt also neben dem allgemeinen Intelligenzzug des Volkes ganz besonders den geistig hervorragenden schöpferischen Zug ganzer jüdischer Familien vorzuführen. Solche kann es natürlich nicht zu viele geben, —ein Grund mehr, sich nicht zuviel auf Deutschland zu spezialisieren und dem bürgerlichen Finanzadel der Juden keine allzu bevorzugte Aufmerksamkeit zu widmen. Volle Zustimmung verdient die Anregung, die getauften jüdischen Familien und Familien zweige mit zu berücksichtigen. Wie notwendig dies ist, beweist nicht nur das von dem Verfasser erwähnte und charakterisierte genealogische Handbuch von Dr. Koerner, sondern noch weit schlagender ein etwas mehr als seltsames Buch, auf das er ja ebenfalls Bezug nimmt, das „Weimarer historisch-genealoges (sie!) Taschenbuch des gesamten Adels jehudäischen Ursprungs" betitelt, mit einem langen Untertitel versehen und noch ausserdem auf dem Rückendeckel mit einem Witze als „Semigotha" bezeichnet ist. Was nämlich hier durch ganz und gar ans der Luit gegriffene Behauptungen über die Abstammung dieser und jener berühmter Männer von Juden verdorben ist, könnte in einer sorgfältig ausgearbeiteten Stammtafel hervorragender getaufter Juden wieder gut gemacht werden. Denn am Ende können doch nur ganz hirnverbrannte Antisemiten glauben, dem Judentum Abbruch zu tun, wenn sie nachweisen, dass alle möglichen konservativ gerichteten deutschen Ge-chlechter jüdischen Ursprungs sind. Allerdings wüide dieser Teil des Werkes nur Wert nach aussen haben und er dürfte nicht so gearbeitet sein, dass die jüdihehe Jugend ihn als eine Art Gutheissung der Taufe auffassen könnte. Der allgemeine Charakter des Buches als eines Protokolls über die im jüdischen Stamm als solchen am besten gezüchtete und gesicherte jüdische Kraft müsste gewahrt bleiben. Wir kommen zum Schlüsse, dass mit den im vorstehenden erörterten Einschränkungen die Idee einer jüdischen Genealogie alle Beachtung verdient.

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