Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 8 (August 1912)
- Article
- Literarische Rundschau [Rezension]
- Date
- 1912-08-01
- Page
- Seite 777 - 778 (sequence 2)
- Language
- German
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777 Literarische Rundschau. 778 Salomon Maimons Lebensgeschichte. Herausgegeben von Dr. Jakob Fromer. München bei Georg Müller. Dass diese Selbstbiographie des im Jahre 1800 verstorbenen „polnischen Juden" Maimon nunmehr in einer „Sammlung menschlicher Dokumente" neu herausgegeben wurde, entspricht ganz ihrer Bedeutung. Denn sie ist wirklich ein menschliches Dokument, d. h. ein Dokument für das Elend der grossen Menschen unter kleinen Bedingungen. Wobei ich aber weniger an die Bedingungen in Maimons polnischem Vaterlande denke, die er ja von sich abzuschütteln wusste, (statt sie von innen heraus und original zu revolutionieren, wie er es, wenn er ein Schöpfer gewesen wäre, zumindest versucht hätte), als an die neuen Bedingungen, die er sich aufhalste und die ihn menschlich nicht erhoben, sondern niederdrückten. Ich las Maimons Lebensgeschichte zum ersten Male, und ich kann nun wirklich nicht begreifen, wieso die Mythe von der „östlichen" Unruhe seines Wesens entstand. Mag sein, dass sich seine philosophischen Arbeiten nicht durch Ordnung und lieber sieht auszeichnen; mag sein, dass das kulturelle Zwielicht, in dem er seine Jünglings- und Mannesjahre verbrachte, sein persönliches Auftreten ungünstig beeinflussten. Aber was hat das mit dem eigentlichen innersten Sein des Menschen zu tun, wie es in dieser Lebensbeschreibung so klar hervortritt? Man braucht sich ja nur diesen einfachen, gesunden, frischen Stil anzusehen, um ihm staunend Abbitte zu leisten. Und dann diese gerechte und strenge Zucht der Meinung, diese weise Selbstbehütung vor Uebergriffen der Konsequenz! Welch' heilige Stille, in der auch nicht ein Lüftchen unsolider Unruhe zu entdecken ist. Es wundert mich nicht, dass der Herausgeber in seiner Einleitung auf das Märchen hereinfällt und Maimon, trotz aller Verehrung u. A. auch den sogenannten problematischen Naturen zuzählt. Davon, dass ihn der „Waschzettel" des Verlags etwas unangebracht mit Maimon vergleichen würde, wusste er ja nicht. Und dann — warum sollte er, der sich bekanntlich ja von so vielerlei imponieren lässt, nicht auch von dem behaglich - unbehaglichen esunde Luft verlangen die Lungen, reizlose, milde Toiletteseife die menschliche Haut« Darum verwenden Sie am bebten nur Faustring" Lanolinseife von C.Naumann, Offenacli a. M. Paket ä 5 Stück 95 Pf., Etnzelstück 20 Pf. Unentbehrlich für jedermann ist: 3 JWPHM Sechste, gänzlich neubearbeitete SrAShEl und vermehrte Auflage 150,000 Verwel B §t?i Groises konversations- Artikel u Bungen I Abbild afein u. iüfffii Ii 1 Lexikon ■ Mi ■ m H » » Ci £ « *~ in 20 Bände In Halbleder gebunden zu Je 10 Mark oder 20 Prachtbände zu Je 12 Mark Vertag des Bibliographischen Instituts In Leipzig und Wien Jaekels verwandelbare Schlaf-Möbel sind in allen größeren Städten in den Möbelgeschäften zu haben, welche nebenstehende Glasfirma tragen. lOOseitiger Katalog Nr. 366 a direkt von uns gratis und franko. R. Jaekel's Patent-Hobel-Fabriken München, Dienerstr. 6. Berlin, Markgrafenstr. 20. C. BoaS NeMIg. (J. Gesang) Buchhandlung für hebr. und jüd. Literatur Berlin C 2, Nene Friedrichstr. 69 Tel.: A. Ecke Klosterstr. i ei.: a. Nord. 7457 empfiehlt: Nord. 74-57 Jüdisebe Literatur Gebetbücher, Tallessim in Wolle und Seide, sowie sämtliche Kultusgegenstände, Jahrzeitstabellen mit 50 jähriger Berechnung 3.— Mk. Rataloe Hr.12reÄ*u,r Zarten Teint: erhalten Sie durch den täglichen Gebrauch von ,== Hanagawa- I Sauerstoff - Mandelkleie Dose 75 und 50 Pf. I Btl. 20 Pf. Ueberall zu haben. Chem. Fabrik Steglitz, Wöhlbisr & Baensch, Berlin-Steglitz. I Bei Bestellungen bitten D auf „Ost und West" Bezug zu nehmen. . Hof-Pianoforte Berlin S.W. Koch-Strasse 60—62. öScbwecbten