Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1912)
- Article
- Bekanntmachung
- Date
- 1912-07-01
- Page
- Seite 671 - 672 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2583875-2584019-2584027-2601358--13317-2601435- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mi 672 Mitteilungen der Alliance Isrnelite Universelle. BEKANNTMACHUNG. An die verehrlichen Vorsitzenden und Vertrauensmänner der Comites der A. L LL in Deutschland. Unter Bezugnahme auf die in Heft 6 (Juni-Heft), Seite 579, dieser Zeitschrift veröffentlichte „Bekanntmachung" ergeht an die Herren Vorsitzenden und Vertrauensmänner nunmehr die dringende Bitte, die noch rückständigen Mitglieder-Beiträge, bzw. den Beitrag für das Kalenderjahr 1912 baldmöglichst an die Centraileitung in Paris, 45 rue la Bruyere, oder an solche Comites, die bisher die Beiträge an das Central-Comite abgeliefert haben, wie Cöln, Mannheim, Nürnberg, oder auch an die zu diesem Zweck von uns eingesetzte und allein zuständige Vertretung in Deutschland {Adresse: Deutsches Bureau der A. I. U. Berlin-Charlottenburg, Qrolmanstr. 48) einzusenden. Wir machen bei dieser Gelegenheit aber noch besonders darauf aufmerksam, dass diejenigen Mitglieder, die unserem Ersuchen, an eine der vorgenannten Stellen ihren Beitrag abzuführen und ihrem Lokal-Comite diesbezügliche Weisung zu geben, nicht entsprechen, auf eine weitere Zusendung der illustrierten Monatsschrift „Ost und West" nicht mehr rechnen können. Paris, den 18. Juni 1912. I. A. des Central-Comites der A. I. U. Der Präsident N. LEVEN. DIE EREIGNISSE IN FEZ. Von Herrn Elmaleh, dem Direktor der Alliance-Schulen in Fez, sind dem Central-Comte in Paris nachstehende weitere Berichte zugegangen: Sechster Brief. Fez, den 6. Mai 1902. Verehrter Herr Präsident! Wir haben hier in der Stadt Sammlungen für unsere •Geplünderten veranstaltet, aus verschiedenen Gemeinden Marokkos sind uns Beiträge geschickt worden, aus England wurde uns eine Sendung von 40 000 Tranes angekündigt und alle diese Summen werden mit der von der Alliance geschickten und aus anderen Sammlungen uns überwiesenen Spenden uns die Möglichkeit geben, unseren Glaubensb rüdem in wirksamerer und nachhaltigerer Weise zu helfen als durch •die tägliche Verteilung von Lebensmitteln. Am 4. Mai sind mit mir drei Mitglieder unserer Kommission, darunter der englische Konsul Mauleod, von den Herren Regnauld und Gaillard zu dem Zweck empfangen worden, dem Minister folgende beiden Angelegenheiten zu unterbreiten: 1. Schon vor dem Unglück, das uns kürzlich betroffen, wäre es für den Mellah dringend notwendig gewesen, sich über die Grenzen seiner gegenwärtigen Mauern hinaus auszudehnen, weil die überaus dichte Bevölkerung auf sehr engem Gebiet und folglich unter außerordentlich ungünstigen hygienischen Verhältnissen zusammengedrängt war. Der Luft- und Raummangel im Judenviertel sind die Hauptursachen der furchtbar hohen Sterblichkeitsziffer, die bei Epidemien im Mellah zu verzeichnen ist, und des ständigen schlechten Gesundheits" zustandes der jüdischen Bevölkerung, bei der die Tuberkulose starke Verbreitung gefunden hat. 2. Diese Lage hat sich seit der Plünderung im Mellah noch bedeutend verschlimmert. 25 Häuser sind vollständig zerstört, 150 Familien mit ungefähr 1000 Seelen sind ohne Obdach. Meiner Meinung nach müßten wir aus dem Unglück des Mellah insofern ^Nutzen ziehen, als wir die Eigentümer der zerstörten Häuser daran verhindern, sie an derselben Stelle wieder aufzubauen. Auf diese Weise werden wir die Straße etwas verbreitern und dem Juden viertel etwas mehr Licht und Luft zuführen können. Als Schlußantrag meines Exposes haben ich den Minister gebeten, uns vom Maghsen das Terrain "bewilligen zu lassen, das ich Ihnen auf dem Plan bezeichnet habe. Erstens sollen wir dadurch in den Stand gesetzt weiden, den Besitzern der zerstörten Häuser ihre Bauplätze zu ersetzen, und zweitens wollen wir den nötigen Raum zur Verfügung haben, um die jüdische Bevölkerung gesunder unterzubringen uiid das bisherige Judenviertel zu entlasten. Drittens brauchen wir auch Terrain zum Neubau von Schulen und eines Krankenhauses. Herr Regnault ist vollständig auf meine Darlegungen eingegangen, hat mein Expose durchaus richtig und meine Terrainfoiderung berechtigt gefunden. Er hat mir versprochen, die Angelegenheit der Terrainüberlassung während