Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- Die Juden und ihre Toten und Trauernden
- Date
- 1912-03-01
- Page
- Seite 287 - 288 (sequence 3)
- Language
- German
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287 Die Juden und ihre Toten und Trauernden. 288 bereits gewesen, als es bei den Christen noch gang und gäbe war, nach einem Leichenbegängnis sich tagelang zu berauschen, zu schwelgen, sich zu — ruinieren. Bei uns Juden hat nicht der Leidtragende die Leute stunden- oder tagelang zu bewirten, sondern gerade umgekehrt versehen Nachbarn, Verwandte, Bekannte, ja ganz Fernstehende die Trauernden in der ersten Zeit des grossen Schmerzes um den erlittenen Verlust, da ihnen nicht der Sinn danach steht, den Bedürfnissen des Magens gerecht zu werden, für seine Befriedigung zu sorgen, mit den nötigen Nahrungsmitteln. Sieben Tage, während welcher Zeit der Leidtragende allerdings seinen Geschäften nicht nachgehen kann und soll, wird so für ihn und seine Familie gesorgt. Wenigstens war das früher und ist es bei frommen Juden noch heute so. Leider übernehmen wir gar zu gern nichtjüdische und unjüdische Sitten, auch wenn sie keineswegs besser sind. Es war eine schöne jüdische Sitte, dass bei Beerdigungen jedweder Luxus vermieden werden musste. Der Tod macht alle gleich, und so sollte auch die Bestattung für alle die gleiche sein. Die vier Bretter waren weniger ästhetisch wie die pompösen Särge, aber sie ersparten Beschämung oder wenigstens Geld, das von der ihres Haupt- oder Miternährers beraubten Familie oft besser verwendet werden konnte, als für die opulente Ausstattung eines Sarges. Ob diese Art der Totenbestattung nicht ausser wirtschaftlichen und sittlichen auch noch hygienische Vorteile hat, da eine schnellere Verwesung ermöglicht wird, soll von uns nicht untersucht werden. Aus demselben Grund, den Leidtragenden Beschämung zu ersparen, wurden dem Toten keine unnützen, wenn auch dem Auge wohltuenden Kränze KAKAO SCHOKOLADE PRALINEN beste Erzeugnisse „Hera" 94 272 D. R. P. 148089 10 gold.u. and. Medaill. — Ehrenpreis. Vorziigl. Korsett- Ersatz für jede Dame. Beseit. d. stark. Leib u.gibt eine stolze elast. Haltung. Wird \ verordn. v. Prof., J Aerzten, Naturärzt. bei Wanderniere, Hängebaucn, Nabel-, Bauchbruch, n. Operat.,b.Mag.- Darm-, Herzu, Lungenleid.,weil eskein.schädigd. Druck ausübt, als Umstandsb., weil es schw. Entbd. verhüt., beste Wochenbinde, weil der Leib siel» wieder in die norm. Form zurückbild. Maase: I. straff unter der Brust, II. Hüfte gemessen. Agnes Reicher-Griebel & Lesemeister, Berlin C31, Breitestr. 28. Beinleiden Dr. med. Fackelmann. Orthopäd. Institut, Zimmerstr. 78. 9-12 u. 3-6. Mittw.u.Sonntag9-12. für zarte,weisse Haut! a$t.5Q Pf. überall zuhaben. Gardinenwäscherei ■■■■ M. Stein & Co., Dresden-N. 6, Bischofsweg 100/102. Tadellose Wäsche und Appretur von weißen und bunten Gardinen, Decken, Portieren, glatter Wäsche usw. Kunst£erechte Autfärbung. Auf Wunsch kunstvollste Ausbesserung defekter Stücke. Höchste Anerkennungen. Versand durch Post und Bahn über ganz Deutschland hin. -Verfasservon Dramen, Gedichten, Romanen etc. bitten wir zwecks Unterbreitung eines vorteilhaften Vorschlages hinsichtlich Publikation ihrer Werke in Buchform, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Modernes Verlagsbureau (Cürt Wigand). 21/22, Johann Georg&tr. Berlin Halensee. 2*ur §töröeru*tg bex QetutxöfyeiL Pil. aperientes Kleewein finb baS befte, fielet unb fcf>meralo$ Wittenw bfü&rmtttet. 2 etilen abenbS mit etwas SBaffer y nomtnen, führen naa> t>oUfommen ruf>tg bur*-- fc^lafenec 9*acfct morgens einen *eicf)ltd)ett, fommert fc^mer^lofen GtuWgang gerbet, ^ret* Pf 6#acf;tel mit *D 6tüct 2 Ä. l Sört. 70, ftäcfere tu ftlacottS ä 50 etüct 2 40 2 3Rf. ^Dii'r-^öot^cfte @. <&feeroeut, itrruiö öct §5tctt 3$. --3u besiegen burefj alte 2lpotf>cfen.-----