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Ost und West · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. Seite 747 - 748

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Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
Ein hebräisches Schachgedicht
Date
1909-12-01
Page
Seite 747 - 748 (sequence 1)
Language
German
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747 748 EIN HEBRAEISCHES SCHACHGEDICHT. Nicht erst in unseren Tagen, schon in fernen Jahrhunderten haben die Juden dem Schachspiel sich mit besonderem Eifer zugewandt. Während Würfel- und Kartenspiele verpönt wareD, stand bei den Juden das Schachspiel als eine gute Verstandesübung in hohem Ansehen, so zwar, dass es sogar am Sabbat gestattet wurde. Das Spielen um einen Einsatz freilich war verboten, auch wurde vorgeschrieben, dass man am Sabbat sich künstlerisch wertvoller und aus edlem Material hergestellter Figuren bedienen solle. Selbst die Gegner des Schachspiels verkannten seinen Wert nicht, sondern besorgten von ihm nur eine Ableitung vom Thorastudium. Eben hieraus ist zu erkennen, dass die Neigung zum Sehachspiel sehr verbreitet gewesen sein muss. Ob bereits der Talmud das Schachspiel gekannt hat, ist ungewiss. Die im Talmud erwähnten Spiele lassen wohl die Vermutung zu, dass das Schach gemeint sei, doch ist ebensogut möglich, dass die Rabbinen des Talmud andere Nachdruck verboten. zu ihrer Zeit gebräuchliche Spiele im Auge gehabt haben. Wer an der Geschichte des Schachspiels, namentlich an dem Anteil der Juden am Schachspiel Interesse hat, den verweisen wir auf die „Geschichte und Bibliographie des Schachspiels* von Dr. Antonius v. d. Linde (Verlag von Julius Springer in Berlin 1873) und auf das darin enthaltene Kapitel „Schach bei den Juden" von Dr. Moritz Steinschneider. In diesem gelehrten Werk ist ein Gedicht über das Schachspiel angeführt, als dessen Verfasser Abraham Ibn Esra (gest. 1167) gilt. Ob es solcher Urheberschaft sich mit Becht rühmen darf, mag dahingestellt bleiben. Steinschneider bezweifelt es in Uebereinstimmung mit Dr. Egers. Jedenfalls enthält das Gedicht, mag es nun Abraham Ibn Esra zum Verfasser haben oder minder erlauchten Ursprungs sein, die älteste Schachregel in Europa. Wir lassen hier die ersten 32 Keihen des Urtextes und dann ihre deutsche Uebersetzung folgen. >t aar? pa orrnx mrft no rw pvw *nxb *pm vr brm nzbb rrea \t diu nw nw nzb dm ne* vnmb vcjjb onen xb) nbnni frv ran* cki n^ooa mbx? (?) nsy bzb ibiato wi prrp dni ib nby wn n» iy\ zw vr d^b bzb tib iu3 acinn morbm wer6ei own Ten cjjdu nom ni"n ancn^M vthw |\xi nwno-naK^o nrentei WCTöl MÖTO D^231 roeinm niown dsv-ubs rrpun oniK n?rr otri d^ci nn d^ohk *3 nor d.tt ibwb a-pa nnenai cmna *?k «ra* dwik rfcnna wa* c^nm ntaan naifr nenbo^ b? ovnn nanj? rranböa w -nwa roiw ms w p nonp nrai vio nmj? ruet? on» ^j? myap rnpran om nwi -ms S;n rop^no ruiö«? D%Bian tfjtere anwm o«ib» nnoip nünon cen DTjnö 13X3 D^ö nrr;w pa nm orfo-b mtm nrhrh dVis * * Kämpfe sing id), bie vor 3eiten Kluger (Danner 6eift entsprossen, Gleicher Beere mutges Streiten - Blut ist nid)t babei geflossen. Achtmal ad)tfad) teilt bas Selb sid), Wecfyfelnb immer, tyell unb bunfcel, Unb in Doppelreihen stellt sid) - Rot h)ier, wie Rubingefunkel, Dorten sd)war3, wie mitternächtig — Jebes F5eer, teils sd)lid)t, teils prächtig. Raum ist 3wisd)en beiben Scharen, Die gefeilt in gleicher €nge. Did)t mit sd>metternben Sanfaren, Heise getyts 3um ßanbgemenge. In der Vorberreitye sperren Kopf an Kopf bes Sussvolks Bauern; ßinten rechen sid) bie ßerren, 5d)aun tyinaus wie über (Dauern. Bauer - grabeaus erklimmt er, Sarbe wecfyfelnb, Selb um Selb; Hur im ersten Anlauf nimmt er Doppelsprung - wenns ityn gefällt. Dod) in schrägem Stosse schlägt er fluf bem gleid)gefärbten Selb Seinen Seinb, unb enblid) trägt er — Bleibt er immer unbe3wungen, Ist er bis 3um Ranb gebrungen — Heues Kleib unb neue €l)re, Wirb 3um Sütyrer er im Beere. K.

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