Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1909)
- Article
- Schach
- Date
- 1909-12-01
- Page
- Seite 745 - 746 (sequence 2)
- Language
- German
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745 Dr. Ernanuel Lasker: Schach. 746 Wieder sind unsere Leser freundlichst eingeladen, sich um den von der Redaktion ausgesetzten Preis für die Lösung unseres Problems zu bewerben. Und, bitte, nicht zu vergessen, die Drohung und alle Deckungen anzugeben. Eine Postkarte, mit Namen und Adresse des Absenders und Angabe des ersten Zuges wie aller Varianten genügt. * ^. * * In Wilna fand unlängst ein russisches Meisterturnier statt. Das Hauptinteresse konzentrierte sich naturgemäss auf die Partien Rubinsteins, des russischen Vorkämpfers, der in den letzten fünf Jahren durch seine Erfolge und mehr noch durch seinen kerngesunden Stil die Aufmerksamkeit der gesamten Schachwelt auf sich gezogen hat. * ... * * Die Verlustpartien von im Lichte der Popularität stehenden Meistern haben immer weite Verbreitung durch den Druck. Sind doch die Schwächen der Grossen weit wichtiger als ihre starken Seiten, wie z. B. die Ferse des Achilles mehr Bedeutung behalten hat als seine kräftigen Muskeln. Hier ist eine Partie, in der Rubinstein nach vorzüglichem Spiel endlich im 23. Zuge ermattet. Da fürchtet er sich, einen Vorstoss zu machen, der etwas Mut erforderte, obwohl in frischem Zustand und bei ungetrübtem Blick die Belanglosigkeit der ihm scheinbar dräuenden. Gefahr, wenn auch nicht für jeden, so doch für ihn offenbar gewesen wäre. Die Furcht verursacht, dass er den Ausweg, den er noch hatte, nicht betritt. Dann war er verloren. Partie Nr. 2 Weiss: Chot imirski. Schwarz : Rubinstein. 1) d2—d4 d7—d5 2) c2—c4 e7—e6 3) Sgl—f3 d5xc4 4) Sbl—c3 c7—c5 5) e2—e3 a7—a6 6) Lflxc4 Sg8—f6 7) 0—0 b7—b5 8) Lc4—d3j Lc8—b7 9) d4xc5 .... Er vereinfacht hier, um dem Schwarzen nicht die Wahl zu lassen, durch c5 x d4 eine Stellung, ähnlich der, die entsteht, herbeizuführen, oder mit c5—c4 sich das Uebergewicht der Bauern des Damenflügels zu sichern. 9) . . . . Lf8xc5 10) Ddl—e2 Sb8—d7 11) e3—e4 .... Er entwickelt so Lei und indirekt Tdl, kürzt die Linie von Lb7 und droht unter Umständen, z. B. bei Rochade, e4—e5, etwa 11) ----, 0—0; 12) e4—e5, Sf6—d5; 13) Sf3—g5, h7—h6?; 14) De2—e4, oder 13) gl—g6; 14) Sc3—e4. Dabei bliebe allerdings problematisch, ob Weiss durch die Schwächung des schwarzen Königsflügels mehr gewinnt als er durch den exponierten Zustand von Bauer e5 verliert. 11) .... e6—e5 12) Lei—g5 h7—h6 13) Lg5—d2 .... Es war sehr richtig, das verführerische Lg5—h4 zu vermeiden, denn bei 13) Lg5—h4, g7—g5; 14) Lh4 —g3, Sf6—h5 verliert er schliesslich eine Figur, wenn er e5 mit Springer oder Läufer schlägt und hat nichts besseres als 15) Kgl—hl, um auf Sxg3 mit dem f- Bauern wiedernehmen zu können. Wohl aber konnte er 13) Lg5—e3 ziehen, worauf etwa Dd8—b6; 14) Le3 xc5, Db6xc5; 15) Tal—cl, Dc5—b6; 16) Sc3—d5. 13) ... . 0—0 14) Sf3—h4 Lc5—d4 15) b2—b4 Ta8—c8 16) Tal—cl Sd7—b6 17) Sh4—f5 Sb6—c4 18) Ld3 x c4 Tc8 x c4 19) Tfl—dl Dd8—c7 Przepriocka erklärt in den „Münchener Neuesten Nachrichten" dies für den entscheidenden Fehler und behauptet, Schwarz hätte hier durch Ld4xc3 Ausgleich erzielen können. Die Ansicht ist jedoch irrig. Der geschehene Zug ist nicht schlecht, Schwarz steht nicht auf Verlust, und Ld4xc3 würde nur schaden. 19) ...., L x c3; 20) T x c3, T x c3; 21) L x c3, Dd8—c7; 22) De2—b2. Es droht Lxe5. Wenn Te8, 23) f2—f3, Sd6 drohend, und Weiss steht weit überlegen. 20) Sc3—d5 Lb7xd5 Falls Sxd5, e4xd5, Lxd5, Lxh6. 21) e4xd5 Tc4xcl 22) Tdl x cl Dc7—d7 23) De2—f3 Tf&—e8 War es Absicht oder Versehen, dass er hier einen wichtigen Bauern preisgab? Er hätte unter allen Umständen sich die Läuferdiagonale d4—g7 öffnen sollen. 23) e5—e4; 24) Df3—h3, Ld4—e5. Nun führte 25) Lxh6 zu nichts, wie übel es auch für Schwarz aussieht, und Schwarz drohte Tf8—e8 oder —d8. 24) Sf5xh6f g7xh6 25) Df3xf6 Dd7 x d5 26) Ld2xh6 e5 —e4 27) Df6—g5f Dd5 x g5 28) Lh6xg5 Te8—e6 29) Kgl—fl Kg8-g7 30) Lg5—d2 Kg7—g6 31) Kfl—e2 f7—f5 32) Ld2—f4 Rg6—f6 33) g2-g3 Ld4—b2 34) Tel—c8 Lb2—a3 35) Lf4—d2 Te6—d6 36) h2—h4 . . . . Der Freibauer ist nicht aufzuhalten. 36) ... . Kf6—e6 37) h4—h5 Ke6—d7 38) Tc8—a8 Aufgegeben.