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Ost und West · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. Seite 727 - 728

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
Peter der Große als Schiffszimmermann
Date
1909-12-01
Page
Seite 727 - 728 (sequence 1)
Language
German
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727 728 PETER DER GROSSE ALS SCHIFFSZIMMERMANN von Leopold Bernstamm, Paris. Nachdruckverboten. Peter der Grosse, der Begründer der russischen Grossmacht, der seinem Lande infolge seiner umsichtigen Regierung die ungeheure Ausdehnung von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer verlieh, ist nicht nur wegen dieser Tatsachen, sondern hauptsächlich wegen seiner romantischen Europareise, die er als einfacher Handwerker unternahm, um die Sitten und Gebräuche und vor allem die verschiedenen Gewerbe kennen zu lernen, der populärste Monarch Russlands. An vielen Orten des Zarenreiches sind ihm Denkmale errichtet worden, so u. a. in Petersburg, wo Falconets Riesenmonument 1782 enthüllt wurde. Der kaiserliche Hof in Petersburg besitzt einige Statuen, die Episoden aus dem Leben des grossen Zaren darstellen und von der Hand des geschätzten jüdischen Bildhauers Leopold Bernstamm stammen. Bernstamm ist den Lesern dieser Zeitschrift bereits durch einen Artikel (Jahrg. VI, 1906, S. 649) bekannt, wo auch die eine Peter-Statue Seite 643 abgebildet ist. Vor kurzem hat nun der Meister das hier reproduzierte Werk geschaffen, das vom Zaren der Stadt Petersburg gestiftet worden ist. Wir sehen den jungen Monarchen, dessen stolze Haltung die königliche Abstammung erkennen lässt, mit der Axt ein Stück Holz zum Bau eines Kahnes zurechthauen. Seine Gedanken sind auf die Zukunft seines Landes gerichtet; der einfache Kittel erhebt die Gestalt des zielbewussten Herrschers zu monumentaler Grösse. Leopold Bernstamm, der Russe von Geburb ist — er wurde 1859 in Riga geboren —, ist in seiner Kunst vollkommen Franzose. Statuen wie die vorliegende erinnern an die Zeit des Rokoko, dessen Stil sie jedoch mit einem stärkeren Realismus zu grösserer Monumentalität erheben. Die glückliche Verbindung von Porträtkunst und genrehafter Ausgestaltung lässt Bernstamms Plastiken vor allem als die eines der bedeutendsten Vertreter dieser Kunst unserer Zeit erscheinen. Karl Schwarz. CESARE LOMBROSO. Nachdruck verboten. Ein bedeutender und Cesare Lombroso gewesen, deutend. Und seine Bedeutung war nicht gering. Sie rubte auf einer unbegrenzten Furchtlosigkeit und einer durch nichts zu beirrenden Ueberzeugungstreue. Sein heissestes Streben war, sich von jedem Vorurteil freizumachen — auf die Gefahr hin, in eigene, neue Vorurteile sich zu verstricken. In solche Verstrickung ist er mehr als einmal geraten, und unlöslich ist er — zum Schaden seines Ansehens — darin geblieben. Seine Scheu vor dem Anschein der Befangenheit führte ihndahin, die Angaben der Spiritisten zur Grundlage logischer Folgerungen zu machen. Keine ihrer Behauptungen lehnte er von vornherein ab. Er untersuchte ihre „Beweise", und merkte nicht, dass er sich auf ein Gebiet begab, auf dem die merkwürdiger Mann ist noch merkwürdiger als be- ARCHIVIO DI PSICHIATRIA .6CeNZE PENflLl ED ANTROPOLOGl» CR« Dlrettore: -Pror. CESARE LOMBROSO Tor'-ivs — TTle. —o>£jso.».3a.o, xa.. 2C — Torlao J/ _ /V/ ~L r<^/ y y S% S p^üc ef-c-^Y" ^tX% C^^t^W f*^* £>t^L*t.+*^> Sp* "T-^r <SK i^t^yt^U C^t^Zt' ^^'^ ' ^U^tL^c s ' ryti^+ß*^ ' c yüL^, ' ^t^c ' ^i^c^^> ^yd^ y^i^^^t r^^rZZ^ f +ts*ZT?*<~c^6, tte^££t ^*^h-^**^c y/t^tA^-^U y<tf'/r+** Brief Lombrosos. plumpste Gaukelei, die allergewöhnlichste Jahrmarkts- Fingerfertigkeit ihm überlegen war. Es ging ihm ähnlich wie dem geistvollen Mathematiker Professor Zoellner - Leipzig, vor dessen Augen einige Schaubudenkünstler geschlossene Holzringe ineinander verketteten, ohne ihm das Geheimnis des versteckten Oeffnungs- Mechanismus zu verraten. Anstatt sich zu saigen, dass er seinen Augen misstrauen müsste, die nicht geübt genug waren, einen geschickten Trick zu durchschauen, Hess er das Zeugnis des betrogenen Sinnes gelten. Er suchte nicht die Täuschung aufzudecken, sondern eine Erklärung für das nach unseren Begriffen und Vorstellungen Unmögliche. Er tat das wie ein geistreicher Manc Die verwegenen Artisten, die den Gelehrten betrogen, brachten durch ihren Betrug den vertrauensvollen Mathemati- /**<Z**?*<^»- szc^ryzzz^ - st^t'-Zt^ *'Ji*y*, /^^^U. < . -Wä^ _ „ J^/Scvi^ ^^^^^'.'^^^7^^ ytti&'is ' L*^r-*y£j ^a^^L+w b> e^tst,' J2, <^V<t^r oSle *t c" f^U^ j£t ^y^e^c y/Ustyttk. ^t^^i Jus C

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