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Ost und West · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. Seite 707 - 708

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Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
Die Lage in Yemen
Date
1909-11-01
Page
Seite 707 - 708 (sequence 1)
Language
German
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707 708 DIE LAGE C a i r o , 21. September 1909. fT Die Berichte aus Yemen lauten fortgesetzt ungünstig. Die unglücklichen Juden wandern nach wie vor von dort ab. Wie immer wenden sie sich vorzugsweise nach Palästina. Aus Berichten der Flüchtlinge ist zu erkennen, dass in gewissen Bezirken von Yemen die religiösen Verfolgungen mit besonderer Grausamkeit wüten. Ein Srh?ik Yahya, der den Türken gegenüber bemerkenswerte Erfolge davongetragen hat, hat die auf seinem Gebiet sich befindenden Juden vor die Wahl gestellt, zum Islam überzutreten oder in Massen auszuwandern. Die Israeliten zogen die Verbannung dem Abfall vor, verkauften zu geringem Preis ihre IN YEMEN. hH fc .to „ h „ , Nachdruck mit Quellenangabe gestattet Besitztümer und erreichten in der Zahl von 450 nach tausend Gefahren die Reede von Hodeida. Eine erste Gruppe von 160 Verbannten hat soeben den Kanal von Suez passiert, um sich nach Palästina zu begeben. In einem Brief an unsere Glaubensgenossen von Suez baten sie um Lebensmittel. Unglücklicherweise kam der Brief erst nach der Abfahrt des Schiffes an seine Adresse, so dass es unmöglich war, Vorräte zu schicken. Man hatte gehofft, dass das neue Regime die Lage der Verfolgten mildern würde. Bis jetzt ist davon nichts zu spüren gewesen. Wenn die Dinge wie bisher ihren Fortgang nehmen, so ist zu besorgen, dass es bald in Yemen keine Juden mehr geben wird. S om e kh. SYNAGOGEN-EINWEIHUNG IN SOFIA. Sofia, 23. Sept. 1909. Gestern hat die Einweihung der neuen Synagoge von Sofia stattgefunden. Die Gegenwart des Königs, der Königin, des Metropoliten, der Minister, der Parteiführer, Abgeordneten, des Bürgermeisters und anderer höherer Beamten gaben der Feier nicht bloss hohen Glanz, sondern auch den Charakter einer Achtungskundgebung für unsere Glaubensgenossen, der ersten wohl seit langen Jahren. Die mit grossem Geschick angelegte Feier vollzog sich in vollkommener Ordnung, was der jüdischen Gemeinde Lobsprüche aller Teilnehmer eintrug. Den Mittelpunkt der Feier bildete eine bulgarische Rede des Grossrabbi, die vom König voll gewürdigt wurde, der übrigens von allem den besten Eindruck empfing, von dem sehr schönen Tempel, von der gesamten Zeremonie, vom Chor, von dem jüngst aus Adrianopel engagierten Chasan, dessen orientalische Singweise ihn fesselte und entzückte. Der König, der den Armen 1000 Francs überwies, wurde bei der Ankunft wie bei der Abfahrt Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. von der israelitischen Jugend mit aufrichtiger Begeisterung begrüsst. Diese Huldigung galt dem Fürsten, der unserer Gemeinde die Ehre erwiesen hatte, der Synagogen-Einweihung beizuwohnen; sie galt nicht minder dem Landesherrn, der seit seiner Ankunft in Bulgarien stets vom Geist der Duldsamkeit und des Wohlwollens gegenüber unseren Glaubensgenossen sich beseelt erwiesen hat. Die bulgarische Presse hat sich bei diesem Anlass ausnahmelos sympathisch gezeigt. Es ist ausser Frage, dass die Tragweite des Vorkommnisses über die einer gewöhnlichen Synagogen-Einweihung weit hinausgeht. Die jüdische Gemeinde von Sofia hat hierbei auf den König, die Königin und alle Gäste den besten Eindruck gemacht, und schon sprechen die bulgarischen Zeitungen zugunsten näherer und lebhafterer Beziehungen zwischen dem bulgarischen und dem israelitischen Element, die Seite an Seite wohnen und doch wie durch unübersteigliche Mauern getrennt sind. S. D a n o n. Auszeichnung. Das verdienstvolle Mitglied des Lokal - Comites Berlin der A. I. U., Herr Alfred Cohn, ist zum Kommerzienrat ernannt worden. * * Hilfstätigkeit der Alliance. Die Alliance Israelite Universelle hat für die in Krementschug von einem Brand schwer heimgesuchten Israeliten 5000 Francs, ferner 5000 Francs für die Schulspeiseanstalten in Rumänien, angewiesen. Am Nordpol wie in der Wüste Sahara mundet zu jeder Zeit gleich vorzüglich die Qualitäts - Cigarette „Salem Aleikum". Mild, naturell - aromatisch. :: Keine Ausstattung, nur Qualität. Echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik „Yenidze", Inh. Hugo Zielz, Dresden. Deutschlands grösste Fabrik für Handarbeit-Cigaretten. Preis: Nr. 3 6 8 10 3V2 4 5 6 8 10 Pfg. das Stück. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: Chefredakteur Leo Winz, Berlin W. 15, Knesebeckstr. .48/49. Verlag „Ost und West", Leo Winz. Berlin S. 42. — Druck vnn Bevar Ar. TU^hm a TWU™ « a.o. —u.—1~ *n

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