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Ost und West · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. Seite 653 - 654

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Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
Spinoza 1673 [Illustration]
Date
1909-11-01
Page
Seite 653 - 654 (sequence 1)
Language
German
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653 654 BENEDICTUS SPINOZA. Von Ernst Altkirch. IL N achdruck J verboten. Die Bildnisse Spinozas. Es sind heute fünf verschiedenartige Bildnisse Spinozas vorhanden, von denen die Echtheit bezeugt werden kann. Nach ihnen ist eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Nachbildungen geschaffen worden, die hauptsächlich in Büchern und Zeitschriften erschienen sind. Von manchen dieser Nachbildungen läßt sich Gutes sagen, viele sind jedoch Machwerke von Stümpern, und wirken oft wie Karikaturen. Außer diesen Porträts gibt es auch einige zwei^ feihafte und falsche Bildnisse, unter denen das dem Rembrandtschüler Franz Wulfhagen (geb. 1624, gest. 1670) zugeschriebene Beachtung] verdient. Es ist anzu - nehmen, daß das Bild Spinoza dar - stellen soll; die Gesichtszüge, besonders die Nase, be - sitzen in unverkenn - barer Weise die charakteristischen Merkmale, denen wir auf den authentischen Porträts begegnen. Dennoch läßt die ganze Darstellung es als unglaubwürdig erscheinen,daß der Philosoph eingewilligt haben könnte, sich beim Spinoza 1673» Nach dem^Oelgemälde von Wallerant Vaillant, im Besitz des Präsidenten des Court of Common Pleas Mayer Sulzburger in Philadelphia. Studium der Bibel oder des Talmuds] mit bedecktem Haupte porträtieren zu-lassen. Auf Kupferstichen der damaligen Zeit finden wir allerdings auch noch andere Gelehrte, Juden wie Christen, mit einem Käppchen abgebildet, wenn bei spärlichem Haar der Hinterkopf eines Schutzes bedurfte. Jedenfalls haben wir es bei dem Wulfhagenschen Gemälde mit einem Phantasiebilde zu tun, zu dem der Hersteller irgendwelche Unterlagen erhalten hatte. Die ganze Behandlung des Kopfes macht fast den Ein - druck, als ob ihm eine Zeichnung nach dem Leichnam zu - gründe gelegt worden wäre. Wulfhagen, starb jedoch bereits 1670. Als das bedeutendste aller Spi - nozaporträts möchte ich das Bildnis im Besitze der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel bezeichnen. Die Persönlichkeit des Philosophen in ihrer edlen Vor - nehmheit ist auf ihm markant und eindringlich gegeben. Die äußerenUmrisse des Kopfes und die charakteristischen Gesichtszüge sind, . mit den übrigen Bildnissen verglichen, mitgroßer Treue auf-

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